Fontaines D.C. – Dogrel

In Reviews von Eric

Mit einigen vorzüglichen Singles haben Fontaines D.C. aus Dublin die Messlatte für ihr Debütalbum hochgelegt. Doch „Dogrel“ überspringt diese mit Leichtigkeit.

Frontmann Grian Chatten berichtet mit schwerem irischen Akzent und in einem charismatischen Sprechgesang zwischen Jamie T und Jason Williamson (Sleaford Mods) von sozialen und gesellschaftlichen Problemen, die sich aus Beobachtungen seiner Heimatstadt bzw. seinem Heimatviertel, dem gentrifizierungsbedrohten Arbeiterbezirk The Liberties, speisen. Dafür schlüpft sein lyrisches Ich in die verschiedensten Rollen, vom rücksichtslosen Yuppie bis zum schimpfenden Prediger. Seine vier Bandkollegen spielen dazu eine ungestüme Mischung aus Pubrock, Post-Punk, Surf-Punk und Britpop. Das Ergebnis sind so eingängige wie eindringliche Songs.

Neben schmissigen Stücken wie „Big“, „Sha Sha Sha“, „Too Real“ und „Chequeless Reckless“ – allesamt Hits – beherrschen Fontaines D.C. aber auch Balladen im Stile großer Bands von der britischen Nachbarinsel. „Television Screen“ erinnert an die besten Momente von Maximo Park, „Roy’s Tune“ an Ian Brown und „The Lotts“ gar an Joy Division. Doch die große Alkohol-Ballade, die der ganze Pub im Chor singen kann, folgt ganz am Ende mit „Dublin City Sky“.

So lange es neue Bands wie Fontaines D.C. gibt, ist Rockmusik noch lange nicht tot.

Tracklisting

  1. Big
  2. Sha Sha Sha
  3. Too Real
  4. Television Screen
  5. Hurricane Laughter
  6. Roy’s Tune
  7. The Lotts
  8. Chequeless Reckless
  9. Liberty Belle
  10. Boys In The Better Land
  11. Dublin City Sky