Foals – Everything Not Saved Will Be Lost Part 1

In Reviews von Eric

Seit ihrem mathrockigen Debütalbum „Antidotes“ (2008) mit seinen messerscharfen Gitarren und seinem metronomischen Drumming haben sich Foals zu einer Band für dramatische Mini-Opern des alternativen Rocks entwickelt, sich ihre Lust am Experimentieren mit Sounds aber nicht nehmen lassen.

Auch auf ihrem fünften Album „Everything Not Saved Will Be Lost Part 1“ (Teil zwei erscheint im Herbst) hält die Band aus Oxford diesen Spagat zwischen Hymnen für die Festivalbühnen und stetigem Erforschen und Erweitern des eigenen Klangs. Letzteres auch gezwungenermaßen, denn Gründungsmitglied und Bassist Walter Gervers stieg im vergangenen Jahr aus. Doch statt einfach einen neuen Bassisten anzuheuern, hat das verbliebene Quartett seinen Sound modifiziert, in dem sie für die LP viel auf Basslinien von analogen Synthesizern zurückgreifen. Kantige, hektische Rhythmen, wie man sie vom Debüt kannte, sind die Folge, werden aber in üppige Texturen eingewebt, in denen weitere Rhythmusinstrumente von Cowbells bis Marimbas zu finden sind. Das verleiht den Stücken einen komplexen Groove, der jedoch anders als beim Vorgänger „What Went Down“ selten von Noise gekontert werden.

Songs wie „Exits“, „In Degrees“ und „Syrups“ können sich so voll entfalten und mehrmals ihre Gestalt ändern. Bei „Exits“ wird eine funkelnde Gitarre durch diverseste Effektpedale gejagt, während sich die klanglichen Hintergründe ständig zu morphen scheinen. Dazu kommt ein choralartiger Refrain, den Sänger Yannis Philippakis mit ungekannter Sanftheit vorträgt. Überhaupt klingt der Frontmann in seinem Vokalvortrag nun vielseitiger. Philippakis‘ vorgetragene Texte sind wie immer hoch suggestiv, behandeln die brennenden Themen unserer Zeit von Klimawandel bis politischer Unsicherheit. Bei „In Degrees“ wird dazu eine fitzelige Gitarre mit pulsierendem Techno gepaart. „Syrups“ startet als Dub-Funk, zu dem parallel ein psychedelischer 70ies-Rocksong aufgebaut wird, die sich in einem ruhelosen Drumfinale auflösen.

Mit „I’m Done With The World (& It’s Done With Me)“ beschließt ihr gespenstisch-eindringlichster Song seit „Spanish Sahara“ das Album der Foals und gibt einen Ausblick auf den folgenden Part 2 – wäre „Everything Not Saved Will Be Lost“ eine TV-Serie, die Entscheidungsschlacht stünde nun bevor.

Tracklisting

  1. Moonlight
  2. Exits
  3. White Onions
  4. In Degrees
  5. Syrups
  6. On The Luna
  7. Cafe D’Athens
  8. Surf, Pt. 1
  9. Sunday
  10. I’m Done With The World (& It’s Done With Me)

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