Fink – Bloom Innocent

In Reviews von Eric

Fin Greenall alias Fink hat seinen Wandel vom Elektronik-Produzenten zum Ambient-Singer-Songwriter sicher nie bereut, wird er doch seitdem als Meister des stimmungsvollen Düster-Folk gefeiert. Die elektronischen Einsprengsel, mit denen der Brite immer wieder spielte, sind auf seinem neuesten, siebten Werk praktisch komplett verschwunden. Dafür gibt er den Songs viel Zeit und Raum zur Entfaltung, keiner unterschreitet die Fünf-Minuten-Grenze, die klassische Songstruktur aus Strophe, Bridge und Refrain findet wenig Anwendung.

Finks brüchige, empfindsame Stimme verbreitet eine dunkle Stimmung, bei der der Sänger komplett auf sich selbst zurückgeworfen scheint. Die sinistere Produktion von Flood, der wie von Geisterhand gespielte Streicher, Klavier und Percussion aus dem Nichts auftauchen lässt, tut ihr übriges. Die sonst so dominanten Gitarren kommen erst ab dem dritten Song richtig zur Geltung und müssen sich die Bühne mit anderen Saiteninstrumenten teilen, auf denen gezupft, geslidet und geschrammelt wird. Jazzige Einflüsse sind ebenfalls zu hören, etwa beim beckenlastigen Drumming des Titeltracks und von „I Just Want A Yes“. Bei „Rocking Chair“ scheint Finks gelayerte Stimme eines traurigen Wartenden aus einer anderen Zeit zu kommen.

„Bloom Innocent“ lebt ganz von seiner dichten, jenseitigen Atmosphäre, die die Hörer*innen in einen unheimlichen Bann schlägt.

Tracklisting

  1. Bloom Innocent
  2. We Watch The Stars
  3. Once You Get A Taste
  4. Out Loud
  5. That’s How I See You Now
  6. I Just Want A Yes
  7. Rocking Chair
  8. My Love’s Already There

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