Editors – Violence

In Reviews von Andreas

„Violence“ ist eine Art Vereinigungsalbum. Schließlich haben die Editors ihren Fans schon einige Stiländerungen zugemutet. Vom Indierock der ersten zwei Alben zum Elektro der Nachfolger und dem Folk-Ausflug auf ihrem letzten Album „In Dream“. Das verbindende Element aller bisherigen Alben war neben Tom Smiths prägnanter, dunkler Stimme die düstere bis melancholische Stimmung in der Musik. Auch „Violence“ setzt dort an und bewegt sich somit konsequent im Editors-Universum. Der Opener „Cold“ etwa ginge genauso gut als Editors-Frühwerk durch wie das brodelnd drängelnde „Magazine“. Dazwischen tummeln sich Synthiesounds von damals und heute, 80s-Anklänge und andere, bevorzugt elektronische Klänge.

Die Songs sind gut, Smiths Stimme erhaben wie immer, aber so richtig will einen „Violence“ nicht kriegen. Es ist als wäre man auf einem Trip in der Vergangenheit hängen geblieben und wünschte sich doch mit jedem Song von neuem, dass die Gitarre des nicht mehr zur Band gehörenden Chris Urbanowicz messerscharf schneidend um die Ecke biegen würde. Passiert leider nicht, Gänsehaut-Momente wie in der getragenen Klavierballade „No Sound But The Wind“ bleiben selten. Der Band ist die eigene Rückwärtsgewandtheit natürlich nicht anzulasten, denn sie hat mit „Violence“ ein solides bis gutes Album abgeliefert, das Fans aus den Anfangstagen genauso anspricht wie die „In Dream“-Späterentdecker.

Tracklisting

  1. Cold
  2. Hallelujah (So Low)
  3. Violence
  4. Darkness At The Door
  5. Nothingness
  6. Magazine
  7. No Sound But The Wind
  8. Counting Spooks
  9. Belong

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