DIIV – Deceiver

In Reviews von Eric

Dass Künstler aus persönlichen Krisen kreative Kraft schöpfen, ist ein gern bemühtes Klischee. Selten war dieses aber so treffend wie bei DIIV-Mastermind Zachary Cole Smith. Jedes der bisherigen Alben seiner Band war eine Verarbeitung seiner persönlichen Krisen, auch das neue, dritte bildet da keine Ausnahme. So verbrachte Smith die Zeit vor den LP-Arbeiten in mehreren Entzugseinrichtungen, um von seiner Drogensucht loszukommen.

„Ich beschäftige mich mit den persönlichen, physischen, emotionalen und weiteren politischen Erfahrungen, die zum Suchtkreislauf von Millionen von uns beitragen“, sagt der New Yorker. Das Album stützt sich passenderweise auf wuchtig-verwaschene Gitarrenriffs, die dreampoppige Leichtigkeit, die man von vorhergehenden Veröffentlichungen kannte, ist nur noch in Smiths androgyn-ätherischem Gesang bemerkbar. Die Stücke pendeln zwischen Shoegaze-Wolkigkeit („Between Tides“, „Skin Game“) und krachigen Grunge-Balladen („Horsehead“, „Blankenship“). Manchmal mischt sich auch noch Krautrock dazu („The Spark“, „Acheron“). So kann man in den tief in Hall getauchten Songs Slowdive genauso heraushören wie die frühen Smashing Pumpkins. Ironischerweise ist „Deceiver“ genau dann am besten, wenn sich die Band darauf in einen Rausch aus Rhythmus- und Gitarrenarbeit spielt. Mitreißend, aber zum Glück ohne Nebenwirkungen.

Tracklisting

  1. Horsehead
  2. Like Before You Were Born
  3. Skin Game
  4. Between Tides
  5. Taker
  6. For The Guilty
  7. The Spark
  8. Lorelei
  9. Blankenship
  10. Acheron

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