Destroyer – Have We Met

In Reviews von Eric

Dan Bejar; Mastermind von Destroyer, wird gerne als Crooner bezeichnet. Dabei hat er wenig mit dem schmeichelnden, samtigen Crooning eines Frank Sinatra, Charles Aznavour oder – moderner – Michael Bublé zu tun. Vielmehr wirkt der Vortrag des spätberufenen Feuilleton-Lieblings – sein Durchbruch kam erst 2011 mit seinem zehnten Album „Kaputt“ – gleichzeitig merkwürdig, lakonisch, manieriert, teilweise sogar schwächlich. Aber genau das macht seine Faszination aus, neben seinen verklausulierten Texten (Kostprobe: „I was like the laziest river, a vulture predisposed to eating off floors, no, wait, I was more like an ocean.“) und der Überraschung, mit welchen musikalischen Mitteln sein Gesang diesmal begleitet wird.

Auf seinem 13. Album „Have We Met“ verbindet Destroyer zwei Seiten der 80er Jahre: den innovativen Post-Punk mit dem schimmernden Synthie-Pop. Seine Mitstreiter John Collins und Nic Bragg waren dafür verantwortlich, aus den aus alten Skripten entstandenen Songskizzen vollwertige Stücke zu machen. Collins tat dies mit düster-verwaschenen Synthesizern, Slap-Bass und brausendem Schlagzeug, Bragg mit schreienden Gitarrenspitzen.

Passend zu einem Album, das immer zwischen Wohlklang und Seltsamkeit oszilliert, startet das abschließende „Foolssong“ mit einer süßen Wiegenlied-Melodie und kollabiert in einem vielstimmigen Krach.

Tracklisting

  1. Crimson Tide
  2. Kinda Dark
  3. It Just Doesn’t Happen
  4. The Television Music
  5. Supervisor
  6. The Raven
  7. Cue Synthesizer
  8. University Hill
  9. Have We Met
  10. The Man In Black’s Blues
  11. Foolssong

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