Courtney Barnett & Kurt Vile – Lotta Sea Lice

In Reviews von Eric

„I cherish my intercontinental friendships“, lautet eine Textzeile auf dem gemeinsamen Album von Courtney Barnett und Kurt Vile. Und „Lotta Sea Lice“ ist tatsächlich nicht nur eine Kollaboration zweier sich gegenseitig schätzender Künstler, sondern hat viel von der lockeren Atmosphäre eines Gesprächs zweier guter Kumpel an sich.

Sowohl der Australierin Barnett als auch dem US-Amerikaner Vile hängt ja ein Slacker-Image an. Eine gute Portion Lässigkeit kann man der LP auch nicht absprechen, nachlässig sind die Singer/Songwriter aber in ihren Vorträgen ganz sicher nicht. Ihre Dängel-Gitarren harmonieren in den folkigen Songs mit indierockigem Einschlag wunderbar, und auch Viles leicht nöliger Gesang ergänzt Barnetts raue, dunkle Stimme zu einem außergewöhnlichen Duo der Nonchalance. Sie geben nicht nur ihre Interpretation eines Songs des jeweils anderen („Outta The Woodwork“ bzw. „Blue Cheese“) zum besten und covern zwei Stücke, sondern haben auch mittels interkontinentalem Web-Kontakt fünf neue Songs geschrieben.

Von diesen ist wahrscheinlich das ihre Verbindung feiernde „Continental Breakfast“ mit seinen Doppelharmonien und seinem melodischen Fingerpicking der schönste – aus ihm stammt auch die Zeile vom Anfang dieses Textes. Zudem erhält man in den Stücken Einblick in zwei Künstlerseelen. In „Over Everything“ etwa tauschen sie sich zu saloppen Gitarrenriffs über Songwritingstrategien und Tinnitus aus. Und „Let It Go“ beschäftigt sich mit dem Kampf zwischen Lethargie und Kreativität.

„Lotta Sea Lice“ ist die Summe seiner zwei hochtalentierten Teile und verströmt die wohlige Stimmung eines faulen Sonntagnachmittags mit guten Freunden.

Tracklisting

  1. Over Everything
  2. Let It Go
  3. Fear Is Like A Forest
  4. Outta The Woodwork
  5. Continental Breakfast
  6. On Script
  7. Blue Cheese
  8. Peepin‘ Tom
  9. Untogether

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