CocoRosie – Put The Shine On

In Reviews von Wolf

Was ist da zwischen Deinen Beinen? Oder zwischen Deinen Augen? Ist doch eigentlich egal; Hauptsache du bist down. Und die Coco-Schwestern sind das auf jeden Fall.

Logo, jeder will doch mal in den Arm genommen werden und sich zu Hause fühlen. Aber um welchen Preis? Dann doch lieber mal auf Konventionen scheißen und einfach loslegen. Wir sind wir und wir sind gut. Genau so wie wir sind. Das ist die Grundstimmung, mit der die ehemals verlorenen Schwestern durch die Katastrophen des Alltags und des zwischenmenschlichen Zusammenseins führen. Ihre Spieluhr mit Beats enthält aschenputtelartige Geschichten über Schuhe, Außenseiter, psychische Probleme und gesellschaftliche Zwänge. Wechselnd zwischen gesprochenen Rap-Parts und einem Engelsgesang aus der Hölle schaffen sie Stimmungen zwischen Horrorfilm und Offenbarung, Selbstmitleid und Party, Furcht und Aggression.

Die fünf Jahre seit dem letzen Album verbrachten CocoRosie auch damit, Musik fürs Theater zu schreiben, zu schauspielern und Regie zu führen, um letztendlich sogar mit der Arbeit an einem eigenen Stück zu beginnen. Die Songs der neuen Platte entstanden unter anderem auf Hawaii, wo sie Geräusche der sie umgebenden Tierwelt aufnahmen und in die Komposition integrierten. Diese sind deutlich beatlastiger als früher, jedoch ohne ihre experimentelle Verspieltheit zu verlieren. Eine Entwicklung, an der „Roo“, ihre letztjährige Zusammenarbeit mit Chance The Rapper, sicher nicht ganz unschuldig ist.

„Put The Shine On“ ist sicher das bisher eingängigste CocoRosie-Album, das man aber keineswegs leichtfertig nehmen sollte.

Tracklisting

  1. High Road
  2. Mercy
  3. Restless
  4. Smash My Head
  5. Where Did All The Soldiers Go
  6. Hell’s Gate
  7. Did Me Wrong
  8. Lamb And The Wolf
  9. Slow Down Sun Down
  10. Burning Down The House
  11. Ruby Red
  12. Aloha Friday

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