Cat Power – Wanderer

In Reviews von Eric

Nachdem Chan Marshall alias Cat Power in den Jahren nach ihrem letzten Album „Sun“ (2012) tief greifende Umwälzungen und radikale Veränderungen in ihrem Leben durchmachte – nicht zuletzt die Geburt ihres Kindes, das auch auf dem Cover zu sehen ist – wirkt sie auf ihrem neuen Werk „Wanderer“ so sehr bei sich wie niemals zuvor.

„You know there’s nothing like time, to teach you where you have been“, singt die 46-Jährige – mit einem frühen Anflug von Altersweisheit – in dem bluesrockigen „You Get“. Der keineswegs laute Song ist zugleich Marshalls forschester Vortrag auf ihrer zehnten LP. Ansonsten agiert sie mit reduzierter Instrumentierung, eine Gitarre, ein Klavier, ein bisschen Drums und/oder Percussion, alles an Songwriter-Folk und Blues geschult, das reicht Cat Power meist – im finalen Stück kommt noch eine traurige Mariachi-Trompete hinzu. Sogar aus der Hochglanz-Ballade „Stay“ von Rihanna macht die US-Musikerin ein wunderschönes Piano-Stück mit einer Protagonistin, der man die Narben des Lebens anhört.

In seiner spröden, reduzierten Schönheit ist „Wanderer“ eine der besten Songwriter-Platten des Jahres. Und dazu das Manifest einer Frau, die nach nicht nur glücklichen Jahren neues Vertrauen in sich selbst gewonnen hat, was am offensichtlichsten im Country-Stück „Woman“ wird, wenn Cat Power zusammen mit Lana Del Rey singt: „I’m a woman of my word, or haven’t you heard? My word’s the only thing I’ve ever needed.“

Tracklisting

  1. Wanderer
  2. In Your Face
  3. You Get
  4. Woman (feat. Lana Del Rey)
  5. Horizon
  6. Stay
  7. Black
  8. Robbin Hood
  9. Nothing Really Matters
  10. Me Voy
  11. Wanderer/Exit

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