Bonaparte – The Return Of Stravinsky Wellington

In Reviews von Eric

Lange waren Bonaparte für ihre simplen Feiersongs wie „Anti Anti“ und vor allem für ihre Konzerte zwischen Trashparty, Stripshow und rheinländischem Karneval bekannt, die nicht immer auf der guten Seite des Geschmacks blieben. Aber auch ein Clown wie Band-Nukleus Tobias Jundt wird älter.

Schon mit dem letzten, selbstbetitelten Album hielt eine bis dato nicht gekannte Ernsthaftigkeit Einzug, wenn auch nicht unbedingt geglückt. Mit dem Nachfolger und insgesamt fünften Bonaparte-Album „The Return Of Stravinsky Wellington“ setzt sich dieser neue Weg nun fort – und dies auch schlüssiger als zuvor. Der seit einigen Monaten bekannte Song „White Noize“, Jundts Kommentar zur Politik von US-Präsident Donald Trump, setzte mit AOR-Orientierung und Bläsersätzen schon vorab ein Achtungszeichen. Überhaupt Bläser, die sind auf der LP sehr präsent (und wurden von Fat Freddy’s Drop eingespielt). Sie verleihen den Stücken eine hymnische Note, ohne albern zu wirken. Die Güte von „White Noize“ halten zwar nur wenige Songs durch und vor allem gegen Ende wird es mit folky Gemütlichkeit bzw. Kindergesang dann ermüdend bis nervig. Aber zuvor schunkelt es sich nett zu „Halfway House“, und es gibt sogar eine Adam-Green-Auferstehung („Fuck Your Accent“) und etwas heruntergepitchtes Queen-Feeling („Melody X“).

Nippel, Konfetti und Glitzer scheinen für Bonaparte ein für allemal passé zu sein. Aber die Partys in Jundts Wahlheimat Berlin sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren…

Tracklisting

  1. White Noize
  2. Halfway House
  3. Fuck Your Accent
  4. Let it Ring
  5. Wolfenbüttel
  6. Hey (Is For Horses)
  7. Melody X
  8. In The Wash
  9. Polyamory
  10. Kinfolk
  11. High Five in Your Face

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