Big Thief – Two Hands

In Reviews von Eric

Einen zu geringen Output kann man Big Thief sicher nicht vorwerfen – nur fünf Monate nach „U.F.O.F.“ (und ein Jahr nach dem Solo-Debüt von Frontfrau Adrianne Lenker) veröffentlichen die New Yorker bereits ihr nächstes Album. Auch „Two Hands“ zeigt wieder den folkig angehauchten Slacker-Rock, der sie zu Lieblingen des Indie-Feuilletons machte. Die E-Gitarre darf diesmal ein wenig lauter sein, und auch wenn es stilistisch nicht allzu weit entfernt von dem somnambulen Vorgänger ist, bei der Stimmung hebt sich die LP mit ihren rohen, intimen Songs ab. Der Aufnahmeprozess in der trockenen Hitze der texanischen Wüste scheint sich direkt auf die Lieder zu übertragen.

Lenkers ungeschmückte Stimme tritt in den Stücken nie bewusst in den Vordergrund, fesselt aber mit ihren Texten, die Bilder zwischen Zärtlichkeit und Brutalität entwerfen, umso mehr. Sie kann in einer Sekunde noch flüstern und dann die Stimme erheben, bleibt aber immer nachfühlbar. Die Texte durchzieht ein universeller Weltschmerz, der von der Politik und der Umweltzerstörung genauso ausgelöst wird wie von einer unglücklichen Liebe. Und wenn Lenker im Eröffnungsstück auffordert: „Cry with me, cry with me“, kann man direkt mitmachen, so unmittelbar erwischt sie die Hörer*innen. Und „Not“ ist übrigens die beste Rockballade seit langer Zeit. „Two Hands“ zieht einen emotional bis auf die Knochen aus.

Tracklisting

  1. Rock And Sing
  2. Forgotten Eyes
  3. The Toy
  4. Two Hands
  5. Those Girls
  6. Shoulders
  7. Not
  8. Wolf
  9. Replaced
  10. Cut My Hair

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