Big Red Machine – Big Red Machine

In Reviews von Eric

Justin Vernon (Bon Iver) hat sich mit Aaron Dessner (The National) als Big Red Machine zusammengetan. Doch ist die Band mehr als ein Zwei-Mann-Projekt: Vernon und Dessner sind Teil des schlicht People genannten Künstler*innen-Kollektivs, das auch für das gleichnamige Festival im Berliner Funkhaus verantwortlich ist. Und einige People-Mitglieder sind nun auch auf dem selbstbetitelten Debütalbum von Big Red Machine zu hören, u.a. Phoebe Bridgers, Lisa Hannigan und Mitglieder von Arcade Fire, The Staves und Mouse On Mars.

Kein Wunder also, das bei diesem kollaborativen Ansatz die Musik auch oft nach Jam Session klingt, bei der neben den Instrumenten auch Whiskey und Joints kreisten. Digital Soul nennt der Guardian den Sound, Elektro-Folk würde auch passen. Elektronische Elemente bilden bei allen Songs die Grundierung – sanfte Beats, schwebende Synthesizer, und ein unbestimmtes Rauschen, Klackern und Piepen, durchaus ähnlich zur Ästhetik von Bon Ivers letztem Album „22, A Million“. Dessners Gitarrenspiel fügt sich dabei in den Klang an oder setzt auch einmal Kontrapunkte, ohne aber jemals die Stücke dominieren zu wollen. So entsteht ein entspannter, positiver, manchmal sogar funky Soundkosmos, der vom „Graceland“-Update „Gratitude“ über den Alt-R’n‘B von „OMDB“ bis zum abschließenden, sprudelnden Gospel von „Melt“ reicht. Und obwohl sich Big Red Machine im ein oder anderen Jam zu verlieren drohen, zeigen sie, wie zeitgemäße Popmusik ohne Genrehabitus und als Gemeinschaftswerk klingen sollte.

Tracklisting

  1. Deep Green
  2. Gratitude
  3. Lyla
  4. Air Stryp
  5. Hymnostic
  6. Forest Green
  7. OMDB
  8. People Lullaby
  9. I Won’t Run From It
  10. Melt

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