Bear’s Den – So That You Might Hear Me

In Reviews von Eric

In ihren Anfangstagen wurden Bear’s Den als Kopisten von Mumford & Sons geschmäht, konnten sich aber spätestens mit ihrem zweiten, 80ies-beeinflussten Album von diesen Vorwürfen lösen. Der Nachfolger „So That You Might Hear Me“ bietet nun eine Mischung aus dem generischen Folk ihrer Anfänge und den späteren Synthesizern, möchte sich aber durch seinen Mix bewusst Genrezuschreibungen entziehen. „Unsere Songs enthalten alle möglichen Sounds, aber nicht in einer vorbestimmten Weise“, erklärt Andrew Davie, Texter und Leadsänger des britischen Duos.

Demnach beginnt „Hiding Bottles“ recht sphärisch, um sich dann zu einem Stadionrock-Stück zu entwickeln. Hier fährt Multiinstrumentalist Kevin Jones, die andere Hälfte des Duos, schon Einiges an Instrumenten und Sounds auf. Diese Fülle dominiert auch die folgenden Songs, die sich nach einer Aufführung auf einer großen Festivalbühne sehnen. „Fuel On The Fire“ baut geschickt einen forschen Rhythmus in ein an sich ruhiges Stück ein. Die Folkallade „Breaker / Keeper“ wird um Orchesterinstrumente wie Piano, Streicher und eine Trompete angereichert. „Crow“ führt diese Kombination noch elaborierter aus.
Textlich dominieren starke emotionale Themen, von inneren Dämonen über Alkoholsucht bis – natürlich – Liebe. Davies kräftige, aber anschmiegsame Stimme, die der von Snow Patrols Gary Lightbody ähnelt, passt genau richtig, um diese Gefühle zu transportieren.

Die emotionale und klangliche Reichhaltigkeit ist gleichzeitig Stärke und Schwäche von Bear’s Dens drittem Album. Ähnlich wie bei einem Pastagericht mit dicker Sahnesoße mundet es sehr gut, gegen Ende besteht aber die Gefahr der Übersättigung.

Tracklisting

  1. Hiding Bottles
  2. Fossils
  3. Fuel On The Fire
  4. Breaker / Keeper
  5. Not Every River
  6. Laurel Wreath
  7. Crow
  8. Conversations With Ghosts
  9. Evangeline
  10. Blankets Of Sorrow

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