Baxter Dury – The Night Chancers

In Reviews von Wolf

Auf dem neuen Album von Baxter Dury lauern keine Überraschungen. Zum Glück, denn kein anderer schafft es wie er, in solch minimalistisch-ruhiger Art kochende Emotion zu transportieren. Dass er trotz seines eleganten Auftretens eher ein Mann der Straße ist, war schon vorher klar. Jetzt präsentiert er sich aber ganz offiziell als Slumlord, der sich seinen Lebensweg durch die Gosse bahnt.

Dass Jason Willamson von den Sleaford Mods den offiziellen Promotext zur Platte geschrieben hat, kommt nicht von ungefähr, bedienen sich doch beide ausdrucksstarker Texte zu rudimentären Beats. Statt Bierdose und Jogginghose trägt Dury aber Weinglas und Pelzmantel. Besagte, hauptsächlich auf Basslinien basierenden, Beats arrangiert er mit doloren Streichern, vereinzelten Gitarren- oder Klavieranschlägen und tröstendem Gesang von Fabienne Debarre. Wenn er beim Titeltrack „The Night Chancers“ selber so etwas Ähnliches wie singt, lässt es einen schmunzeln und zittern zugleich. Sowieso jagt einem die Stimmung, die das Album verbreitet, immer wieder einen wohligen Schauer über den Rücken und ins Herz.

Hat man sich am Ende der Platte dann selbst vergraben zwischen Vereinsamung, Verletzungen und Verzweiflung bleibt einem während des finalen, repetierenden Chorgesangs „Baxter loves you“ gar nichts anderes übrig, als laut zu rufen: „Yeah, and I love you too!“

Tracklisting

  1. I’m Not Your Dog
  2. Slumlord
  3. Saliva Hog
  4. Samurai
  5. Sleep People
  6. Carla’s Got A Boyfriend
  7. The Night Chancers
  8. Hello, I’m Sorry
  9. Daylight
  10. Say Nothing

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