Automatic – Signal

In Reviews von Martina

Wenn man in einem Punkhaushalt groß wird, heißt das nicht immer, dass dieser Einfluss auch fruchtet. Bei Lola Dompè, deren Vater Bauhaus-Schlagzeuger Kevin Haskins ist, blieb das als Kind Gehörte jedoch noch lange haften. Seit 2017 musiziert sie mit ihren zwei Kolleginnen Izzy Glaudini und Halle Saxon als Automatic – zuerst inmit herkömmlicher Band-Instrumentierung, dann verlieren die Gitarren zunehmend an Einfluss und die Synthesizer übernehmen die Macht.

Schon der erste Song des Debüts der drei Damen aus L.A. zeigt, wo es lang geht. Brummende Synthies werden gegen schroffe oder flirrende Gitarren ausgetauscht. Auf Schmusekurs gehen die elektronisch betonten, knappen Songs allerdings nicht. Eine gewisse Lautstärke soll schon sein, damit der wuchtige Sound in den Ohren vibriert. Für dunkle Tiefe sorgt der Bass, der jedem Stück eine dunkle Seele verpasst, die Drums fügen den wummernden Herzschlag hinzu. Der Gesang wird schwesterlich aufgeteilt oder es wird gemeinsam gesungen, außer bei einer tanzsicheren Melodie wie „Highway“, die ohne Worte auskommt.

Manchmal wirken die Klänge des minimalen Elektro-Pop von Automatic auch bedrohlich und erzeugen eine passende, unheimliche Atmosphäre zu den nicht immer rosigen Aussichten der Songs, die sich eiskalt anhören wenn es um Angst, Enttäuschung und Entfremdung geht. „Signal“ benötigt keine Wärme, die unterkühlte Maschinerie unterstreicht die Gedanken im perfekten Einklang.

Tracklisting

  1. Too Much Money
  2. Calling It
  3. Suicide in Texas
  4. I Love You, Fine
  5. Highway
  6. Signal
  7. Humanoid
  8. Damage
  9. Electrocution
  10. Champagne
  11. Strange Conversations

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