Aul – Uto

In Reviews von Martina

Um die experimentellen, zur damaligen Zeit sonderbaren Klänge deutscher Rockbands unter einen Hut zu stecken, wurde zum Ende der 1960er-Jahre der neue Begriff „Krautrock“ für diese Szene erschaffen. Ob Groß- oder Kleinstadt, die neue Art Musik wuchs überall heran. Auch wenn die Namensgebung nicht unbedingt ein liebkosendes Wortspiel für eine Nation ist, ließ sich der neue Sound nicht aufhalten und fand auch im Ausland Gefallen. Bands wie Can, Neu! oder Birth Control – um nur drei aus einer langen Liste zu nennen – sind auch Jahrzehnte später noch einflussreiche Namen für neue oder bestehende Bands.

Heutzutage entsteht immer noch das gleiche Flair wie in der Vergangenheit, wenn aus dem Werkeln mit Tönen eine breite Klangflut entsteht. Meist reichen drei Instrumente, Gitarre, Bass und Schlagzeug, mit ein bisschen Synthiegefipse für einen psychedelischen Trip aus. Krautrock entsteht schon lange nicht mehr nur in deutschen Musikstuben, auch die Schweizer Band Aul trimmt ihre Instrumente auf diesen Sound.

„Uto“ ist das zweite Album des Trios aus Zürich. Wortlos in mannigfaltiger Klanggestaltung arrangieren Aul ihre Stücke, die Namen wie „Fast Schnitzel“, „Hotzen“ oder „Nervending“ haben.

Wie ein schnelles Schnitzel klingt, wird gleich zu Anfang der neun Stücke mit einem taktgebenden Schlagzeug und verschiedenen Varianten des Gitarrenspiels beantwortet. Auf lange Gitarrensoli verzichten Aul in ihren Songs. Die Geschwindigkeit wird stets von maschinenartig klingenden Drums vorgegeben, zu denen sich die Saiten wie in „Nervending“ etwa- erfinderisch auslassen, um so in den Vordergrund zu dringen. Neben gitarrengeprägten Melodiebögen verarbeiten die drei Musiker in „Umu“ auch komplett Experimentelles, ohne den Fokus auf ein bestimmtes Instrument zu legen.

Mit dem unbiegsamen, beinahe schrill-sanften Stück „Space Jazz“ schließt sich der krautige Zweitling der Schweizer, die ihre klangvolle Abenteuerlust detailliert beweisen.

Tracklisting

  1. Fast Schnitzel
  2. Krautz
  3. Hotzen
  4. Umu
  5. Nervending
  6. Trieulen
  7. Staubi
  8. Reprise
  9. Space Jazz