At Pavillon – Believe Us

In Reviews von Eric

At Pavillon sind so etwas wie der bandgewordene Albtraum der FPÖ: sie sind ein funktionierendes, buntes Kollektiv mit Wurzeln in Österreich, Deutschland, Iran und Tansania. Zudem dreht sich ihr Debütalbum um große Themen wie Immigration, Flucht, Xenophobie, Gender Equality und Selbstermächtigung. Also alles schon ziemlich fein.

Wenn die Musik dann aber nicht funktioniert, wäre das alles nur halb so gut. Aber zum Glück ist der Sound von „Believe Us“ ein ziemlicher Treffer. Von 80ies Post-Punk und New Wave ist das Quartett geprägt und hat dazu beim Gitarrenspiel von Bloc Party und Arctic Monkeys gut aufgepasst, die Rhythmus-Schule von Foals und alt-J durchlaufen sowie bei der kleinen Kölner Psychedelic-Funk-Zelle um Woman und Xul Zolar gut hingehört. Das Ergebnis ist punktgenauer Indiepop ohne ein Gramm Fett zu viel, rhythmisch, eingängig und sehr tanzbar. Veredelt von der Stimme von Sänger Mwita Mataro, der die leisen wie die lauteren Töne sicher beherrscht.

Die beiden Balladen des Albums („Cindy“, „Vienna“) sind nett, aber das wahre Pfund von At Pavillon sind ihre Tanzflächen-Stücke – und davon gibt es einige. So viele gar, dass es schwer fällt, einen Song hervorzuheben. Das sich zu Beginn immer mehr steigernde „Believers“? Das seinem Namen alle Ehre machende „Disco Demolition Night“? Oder das zackige „All Eyes On You“? Wer auf tanzbaren Indiepop steht, der bekannte Versatzstücke so clever wie eingängig zitiert, wird für das Jahr 2019 schon jetzt perfekt bedient.

Tracklisting

  1. Believers
  2. OPOV
  3. Lions
  4. Face It
  5. Disco Demolition Night
  6. Cindy
  7. Ketamine
  8. Mama
  9. Stop This War
  10. All Eyes On You
  11. Vienna

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