All We Are – Sunny Hills

In Reviews von Eric

Für ihr Dreampop-Debüt wurden All We Are noch als „Bee Gees auf Diazepam“ bezeichnet, für den Nachfolger hat die Band aus Liverpool nun eine völlig neue Richtung eingeschlagen. Laut eigener Aussage will das Trio mit „Sunny Hills“ der derzeitigen düsteren Stimmung, die weltweit um sich greift, etwas entgegensetzen und zeigen, dass es okay ist, nicht dazu zugehören und sich anders zu fühlen.

Post-Punk und New Wave lauten die Überschriften der düsteren, rauen LP. Bassistin Guro Gikling und Schlagzeuger Ryan O’Flynn wechseln sich beim Gesang immer wieder ab, wobei die voluminös-angeraute Stimme der Norwegerin tiefer schneidet als die hohen Töne des Iren. „Burn It All Out“ eröffnet mit pluckernder Gitarre und tighter Bassdrum, die Stimme O’Flynns setzt erst nach zwei Minuten ein. Durch diesen Song werden die Hörer direkt in die dichte Atmosphäre des Albums hineingezogen. „Human“ (mit Gikling am Mikro) wiederum reflektiert die frühen New Order, als die Joy-Divison-DNA noch ganz tief in der Band steckte. Eine klare Aufforderung zum Tanz im Kunstnebel und zu zuckenden Strobosokop-Lichtern. Mit diesen beiden Songs ist die Richtung der restlichen LP klar gesetzt, wobei die restlichen Stücke nicht ganz die Güte halten können, aber mit Einflüssen von The Cure, Slowdive, Depeche Mode, Interpol und White Lies genug Futter für die Weltschmerz-Disco liefern.

Tracklisting

  1. Burn It All Out
  2. Human
  3. Animal
  4. Dance
  5. Down
  6. Dreamer
  7. Youth
  8. Waiting
  9. Punch

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