A Day In Venice – III

In Reviews von Martina

A Day In Venice nennt sich das italienische Ein-Mann-Projekt von Andrej Kralj. Die Stilrichtung der Musik des Mannes aus Triest, die er seit 2013 produziert, bezeichnet er als Alternative Rock. Und wie es sich für dieses Genre gehört, bekommt die Gitarre es zur Aufgabe, die Songs zu formen. Der Stimmung angepasst, mal kleinlaut dezent eingebaut, oder üppig in den Mittelpunkt gestellt. Zwei Alben sind bisher erschienen, nun liegt Nummer drei vor – und so heißt es auch. Laut Info beruft sich die One-Man-Band nur auf die Instrumente, die Stimme gehört zu Paolo Bembi.

Nicht gerade beschwingt, wie man sich einen Tag in Venedig vorstellt, beginnt „III“ mit dem Song „Dark Electricity“ – zum gedrosselten psychedelischen Gitarrensound schwankt der Gesang angenehm mit. In „Walls Of Madness“ rutscht die dunkle Tiefe der Musik mit seinen dezenten Streicherklängen noch weiter Richtung Abgrund. Kurz davor bleibt alles stehen. Weiter runter wird es nicht gehen, weil das Stück so klingt, als würde es schweben. Auch in dieser gewichtigen Intensität drängen sich die schleppenden Gitarrenklänge in den Vordergrund. Plötzlich ändert sich die angenehme schwere Stimmung und „Her Body Rocks“ trennt sich vom gewichtigen Sound und lädt mit fröhlicher Leichtigkeit sogar zum Tanzen ein. Die helle Laune wird nicht lange ausgelebt und der krautig-psychedelische Ton wird plötzlich schwarz überzogen.

So wird es nicht bleiben, denn A Day In Venice wechselt schnell sein Gesicht und die schattigen Melodien werden im letzten Drittel des Albums hell ausgeleuchtet, bei denen das Saiteninstrument immer anders klingt, ganz besonderes hervortritt und wohlklingend im Gehör haften bleibt.

Tracklisting

  1. Dark Electricity
  2. Walls Of Madness
  3. Tunnel Of Flashy Lights
  4. Her Body Rocks
  5. Prison Is A Red Sky
  6. I Am Nowhere In Time
  7. The Golden Stone
  8. Temple Of The Dog
  9. Far

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