Nada Surf – 09.11.16

In Konzerte von Martina

Seit dem ersten Nada-Surf-Album „High/Low“ ist die 1993 gegründete Band aus New York von der Liste der Indie-Lieblinge nicht mehr wegzudenken. Nach beinahe einem Vierteljahrhundert beglückt das Trio immer noch mit seinen gitarrenlastigen Songs und der immer jung gebliebenen Stimme von Matthew Caws. In diesem Frühjahr erschien das achte Studioalbum „You Know Who You Are“ im gewohnten Stil der Amerikaner.

Mit dem Termin in der Krefelder Kulturfabrik lassen sich die neuen Songs eingebettet in eine der dynamischen Liveshows erleben. Erstaunlicherweise ist nur der kleine Saal der Location geöffnet, die Tür zur größeren Konzerthalle bleibt verschlossen. So bekommen die Anwesenden eine intime Livevorführung geboten, bei der im Vorfeld die Schweizer Formation Yocco einen poppigen Durchschnitt aus ihren beiden Alben zum Besten gibt.

In all den Jahren der Zusammengehörigkeit im Hause Nada Surf, wurde reichlich Musik produziert. Eigentlich brauchen die Herren Matthew Caws, Daniel Lorca und Ira Elliot ihren langjährigen Fans nicht Neues mehr anzubieten, um sie glücklich zu stimmen. Die aktuellen Songs reihen sich zwar unverändert den vorhandenen Sachen an, dennoch bleiben die Stücke der ersten beiden Alben die persönlichen Favoriten.

An diesen schmuddeligen Regenwetterabend ist die Setlist der Powerpopper zwei Seiten lang. An den Anfang wird „Cold To See Clear“ gesetzt, bei dem sich die Band langsam warm spielt. Die immer noch klare und jugendliche Stimme vom Matthew Caws bringt sekundenschnell das typische Nada-Surf-Gefühl mit der Bestätigung, dass sich freudigerweise nichts verändert hat. Das Publikum nimmt den Opener gut auf, aber die Stimmung breitet sich nicht flächendeckend aus. Die Band gibt alles, Frontmann Caws steht mit seiner freundlichen Art unspektakulär am Mikro und konzentriert sich auf das Singen. Bassist Daniel Lorca klemmt sich eine Zigarette in den Mundwinkel und raucht den ganzen Auftritt über trocken. Mit seinem Instrument springt er über die Bühne und wirbelt seine krakenartig aussehenden Dreadlocks umher. Auf der kleinen Bühne ist Ira Elliot in gleicher Höhe wie seine Bandkollegen und ebenfalls gut in Sicht, dass jedes Detail seiner Fingerarbeit bewundert werden kann. Von Track zu Track lockert das Publikum auf, als Caws die Zuschauer bei „Inside Of Love“ auffordert zu tanzen, bewegen sich alle im Raum rhythmisch mit.

Der Endspurt bring die Gewissheit, dass die Vergangenheit, die Namen wie „The Fox“ oder „See These Bones“ trägt, die Band gut dastehen lässt. Die Fans fühlen sich gut aufgehoben, wie bei jedem Zusammentreffen mit Nada Surf. Zum guten Schluss wird die Gegenwart ganz aus der Setlist verbannt und beruft sich auch weiterhin auf die Klassiker, und da dürfen „Always Love“ und „The Blankest Year“ natürlich nicht fehlen.

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