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Release-Datum: 09.10.26
Label: Polydor
Format: Album
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Jamie T war schon immer ein Chronist jener britischen Nächte, die am nächsten Morgen größer, wilder und schmerzhafter erscheinen, als sie tatsächlich waren. Auf seinem sechsten Album „Ghosts (100 Days Of Morning)“ blickt der Londoner nun zurück und räumt auf. Aus alten Sprachmemos formt er elf Songs über vertane Chancen, brüchige Freundschaften und den Versuch, mit der eigenen Vergangenheit auszukommen.
Musikalisch bleibt er seiner Reibungsfläche aus Indie-Rock, Folk, Punk und Hip-Hop treu. „3310“ macht ein altes Nokia zum Speicher verlorener Erinnerungen, „Cocktail“ federt nervös durch gebrochene Versprechen, während die ruhigeren „Caught Cheating“ und „The Won“ von Verlust und Reue erzählen. Der Titelsong, eine beschleunigte, von Synthesizern durchzogene Version des The-Jam-Stücks „Ghosts“, liefert das Leitmotiv: Die Schatten der Vergangenheit lassen sich nicht vertreiben, wohl aber annehmen.
Nicht jede Skizze ist gleich zwingend; manches bleibt bewusst zerfasert. Doch gerade diese sichtbaren Nähte verleihen dem Album Charakter. „Ghosts (100 Days Of Morning)“ erfindet Jamie T nicht neu, zeigt aber, warum seine Mischung aus Kneipenpoesie, Großstadtbeobachtung und kratzigem Pop weiterhin trägt. Wenn die Platte trifft, verwandelt sie private Altlasten in gemeinschaftstaugliche Refrains – ein reifes, oft mitreißendes Album über das Älterwerden und das Weiterleben mit den Geistern, die man nicht loswird.
Tracklisting
- 3310
- Cocktail
- Waist 36 leg 32
- All I Wanna See Is Now
- The Won
- Chelsea Girls
- Ghosts
- Crimson & Clover
- Crucible
- Caught Cheating
- Tallahassee
