Bonobo – Distance In Static

In Reviews von Eric

Simon Green alias Bonobo braucht keine brachialen Beats, um Bewegung zu erzeugen. Seine Musik arbeitet seit jeher mit Sog statt Druck, mit Wärme statt Härte. „Distance In Static“ führt dieses Prinzip konsequent fort: ein Album zwischen Dancefloor und Kontemplation, elektronischer Präzision und organischer Wärme.

Tracks wie „Cycles“, „Drift“ oder „Uncasually“ besitzen Club-Dramaturgie, bleiben aber angenehm zurückhaltend. Beats und Synthesizerflächen greifen ineinander, ohne sich aufzudrängen. Dazu kommen Stimmen von Aanya Martin, Joy Crookes, Nicole Miglis oder Nilüfer Yanya, die sich bruchlos in Greens Klangwelt einfügen.

Besonders reizvoll ist die Balance zwischen elektronischen Strukturen und organischen Klangfarben. Bonobo integriert unterschiedliche Einflüsse so selbstverständlich, dass daraus ein eigener, fließender Kosmos entsteht. Allerdings beherrscht Green seine Ästhetik inzwischen so souverän, dass Überraschungen rar sind. „Distance In Static“ setzt stärker auf Verfeinerung als auf Erneuerung.

Als atmosphärische Reise funktioniert die Platte dagegen hervorragend. „Distance In Static“ ist weniger ein Album der großen Gesten als eines der Texturen, Übergänge und fein dosierten Bewegungen.

Tracklisting

  1. Dawn
  2. Cycles
  3. Fire On The Water (feat. Arooj Aftab)
  4. Drift
  5. Talk To Me (feat. Nicole Miglis)
  6. Uncasually
  7. Always On Your Side (feat. Joy Crookes)
  8. Youth’s Fountain (feat. Nilüfer Yanya)
  9. Shokoufeh
  10. Can’t You See (feat. Aanya Martin)
  11. ID700
  12. Me And You
  13. Equinoctial (feat. Ichiko Aoba)
  14. Mercury (feat. Kanako Yamamoto)