Reverend Stomp – Mescalero Ranger

In Reviews von Martina

Die Sonne trägt Schnurrbart und brutzelt auf einen Kaktus vor blauem Hintergrund. Totenköpfe weinen aus leeren Augen in ein Gefäß. Dies sind keine diffusen Gedankenbilder einer Fata Morgana, sondern Wirklichkeit. Diese Bildkombination prangt auf dem zweiten Album von Reverend Stomp mit dem Namen „Mescalero Ranger“.

Der Opener „Honeymoon Is Over“ weist unverzüglich, wohin die Reise geht, und landet musikalisch in den Südstaaten der USA. Bei Reverend Stomp schlägt der Beat im Blut, als wäre die Band dort zu Hause, und nicht in Österreich. Hier wird gerockt und gerollt, 60s Garage und der Blues sind in den Songs ebenfalls gegenwärtig. Daraus entsteht ein gutes Gemisch, welches die Wiener Band als ihr selbsterfundenes Genre Swamp-Surf bezeichnet.

Weiter geht es im Takt. Sobald die Flitterwochen beendet sind, hakt sich „Keep Going“ an zweiter Stelle ein. Dieser Song war der Vorbote zum neuen Album, der mit seinem prägnanten Gitarrenriff im Ohr kleben bleibt. Die Gitarre zieht sich strebsam durch das Album und verbreitet sonnige Laune. Roh, wild, energievoll, Country-romantisch wie „Oh Boy“ oder im schleppenden Bluestakt „Rest For My Bones“ reihen sich die Stücke mit rauer Stimme kurzweilig aneinander.

Ob der Swamp-Surf auch bei der ESC-Jury ankommt? Wir werden es erfahren, denn in diesem Jahr treten Reverend Stomp für ihre Heimat Österreich an.

Tracklisting

  1. Honeymoon Is Over
  2. Keep Going
  3. Hydra
  4. Gotta See It Through
  5. Rest For My Bones
  6. Oh Boy
  7. Stormy Weather
  8. Mescalero Ranger
  9. Strange Waters
  10. Rambling Rogue
  11. Leaves