Alice Merton – Visions

In Reviews von Eric

Wie bereits bei ihrem Debütalbum mit „No Roots“ schickt Alice Merton auch ihrer dritten LP eine tolle Single voraus – „Ignorance Is Bliss“ gibt sich anfangs noch zurückhaltend, explodiert dann aber fulminant in einem Refrain, der schon beim ersten Hören im Ohr bleibt.

Gut die Hälfte der Songs von „Visions“ ist in Island in den Floki Studios entstanden. In den Songs spiegelt sich das insofern wider, dass sich die Deutsch-Irin anscheinend sowohl von der beeindruckenden Landschaft als auch von der reichen musikalischen Pop-Tradition (u.a. Björk, Sigur Rós, Of Monsters And Men) der Insel inspirieren ließ – Produktion und Arrangement der Stücke wirken freier, luftiger als zuvor, die Instrumentierung ist abwechslungsreich und bedient sich verschiedener Stilrichtungen.

Das gilt für die weiteren Power-Hymnen im Sinne von „Ignorance…“, die sich wie „Cruel Intentions“ oder „Boogie Man“ von einem ordentlichen Beat antreiben lassen, als auch für die ruhigeren Balladen wie „Willow Trees In Tokyo“ oder „Landline“. Das Titelstück sticht dabei noch heraus, mit seiner 90s-Rockgitarre und der Dramatik im Aufbau erinnert es an Placebo.

Alice Merton bietet einen eingängigen Pop-Sound, ohne beliebig zu wirken oder ihre Roots (ha!) als Indie-Musikerin zu vergessen.

Tracklisting

  1. Ignorance Is Bliss
  2. Coasting
  3. Visions
  4. Cruel Intentions
  5. Boogie Man
  6. Mirage
  7. Jane Street
  8. On The Wire
  9. Willow Trees In Tokyo
  10. Joyriding
  11. Landline
  12. Marigold
  13. Treasure Island