Steffi – World Of The Waking State

In Reviews von Eric

Steffi ist bereits eine kleine Legende in der Berliner Technoszene. Labelbetreiberin, geschätzte Produzentin, weltweit gebuchte DJ und natürlich seit über zehn Jahren Resident in der Panorama Bar. Dass Steffis Musik – im Gegensatz zu manch anderen Kolleg*innen – auch auf Platte gut funktioniert, bewiesen ihre ersten beiden Alben. Und diesen Eindruck bestätigt sie auch mit LP Nummer drei.

„World Of The Waking State“ ist zwar auch Musik zum Tanzen, weißt aber weit über den Dancefloor hinaus. In ihren Tracks verbindet die Niederländerin metallisches Industrial-Klirren mit warmen Synthesizerflächen, die zwischen 4/4-Takt und Polyrhythmik schwanken. Melodien tauchen eher in Pattern als in durchgehender Stringenz auf und verweben sich mit angedeuteten Harmonien, wodurch sich ein hypnotischer Groove entwickelt. Glitchpop-Effekte und mikrokosmische Drum-Patterns treffen auf neblige Klangkonstruktionen, die durchaus einen gewissen Avantgardeanspruch haben. In der Mehrzahl werden die komplexen Tracks schwierig in der Panorama Bar einzusetzen sein, dafür fehlt ihnen die Unmittelbarkeit und letztendlich die Kickdrum. Nichtsdestotrotz ist Steffis Sound körperlich wunderbar fühlbar und verlangt nach Bewegung. Und der Abschlusstrack „Cease To Exist“ könnte sich noch zum Clubhit mausern.

Tracklisting

  1. Different Entities
  2. Continuum Of The Mind
  3. All Living Things
  4. The Meaning Of Memory
  5. Schools Of Thought
  6. World Of The Waking State
  7. Kokkie
  8. Mental Events
  9. Bounces Of Nature
  10. Cease To Exist

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