Holly Humberstone – Cruel World

In Reviews von Eric

Die Albumtitel von Holly Humberstone sprühen nicht unbedingt vor Lebensfreude. Wollte sie beim Debüt noch ihr Schlafzimmer schwarz streichen, beklagt sie beim Nachfolger die „Cruel World“ – angesichts der aktuellen Weltlage sehr verständlich. Wie die Britin dem Rolling Stone verriet, war das Schlüsselereignis für die Entstehung der LP, als sie ihre Sachen aus dem Elternhaus ausräumte und diesem für immer Goodbye sagte.

Liebe, Verlust und die daraus resultierenden Schmerzen sind somit auch die dominierenden Themen der Songs. Diese sind mit einer Mischung aus elektronischen und akustischen Sounds instrumentiert. Trotz eines melancholischen Untertons haben die Stücke einen gewissen Drive, was vor allem an glitzernde Synthies und poppigen, gedämpften Beats liegt. Die reduzierten „Lucy“ und „Peachy“, die vor allem von einer Akustikgitarre bzw. einem Klavier getragen werden, sind die Ausnahme. Cheesy wird es nur beim abschließenden „Beauty Pageant“ mit seinen orchestralen Streichern.

Die Liebe ist für Holly Humberstone ein zweischneidiges Schwert, sie liefert „the greatest hits and the deepest cuts“, wie sie bei „To Love Somebody“ singt. Aus dieser Ambivalenz hat sie ein starkes Album gebastelt.

Tracklisting

  1. So It Starts…
  2. Make It All Better
  3. To Love Somebody
  4. Cruel World
  5. Die Happy
  6. White Noise
  7. Lucy
  8. Red Chevy
  9. Drunk Dialling
  10. Peachy
  11. Blue Dream
  12. Beauty Pageant