Gundelach – My Frail Body

In Reviews von Wolf

Seit 2015 veröffentlicht Gundelach (von dem nicht viel mehr bekannt ist, als dass er Norweger ist und Kai heißt) leichte, klare Popmusik von skandinavischer Schlichtheit. Nun hat er zum ersten Mal Pilze genommen und ein neues Album veröffentlicht.

Die Pilzerfahrung hat ihn seinem eigenen Körper, dessen Zerbrechlichkeit und dessen Verbindung zur Natur näher gebracht. Daher ist er in einem niederländischen Naturschutzgebiet auf Soundsuche gegangen und hat verschiedene Geräusche eingefangen. Somit zieht sich nun einiges Geplätscher, Gezwitscher, Geraschel und Gezirpe durch die Platte. Der erste Song begrüßt einen gleich mit Fliegengeschwirr und knackenden Stöcken, bevor er mit verhallten Saitenzupfern in einen fesselnden Beat übergeht. Der zweite Track (eine Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Bendik HK) startet mit einem düsteren, treibenden Jungle-Beat, dem Gundelach später seinen typischen hohen Kopfgesang entgegensetzt, und ihn am Ende positiv auflöst.

Danach begibt er sich in gewohnte Gefilde. Musikalisch irgendwo in der Nähe von Apparat oder Bon Iver, vergleichbar mit einem eisigen Wintertag, an dem die Sonne durch die kahlen Wipfel der Bäume scheint, fängt Gundelach spezielle Momente ein, die dank der immer wiederkehrenden Naturaufnahmen besonders greifbar wirken. Bei dem Duett „Cynical Mind“ zieht sich Gundelach in den Hintergrund zurück und überlässt den Hautgesang Aurora Aksnes. Bei „Obuli“ gibt es dank der Zusammenarbeit mit dem schwedischen DJ Mr. Tophat am Ende nochmal etwas cubbigere Beats.

Ein etwas unterkühltes, aber durchaus stimmungsvolles Album, das die Zerbrechlichkeit gut fühlbar macht.

Tracklisting

  1. Forskjellige Steder
  2. My Frail Body (feat. Bendik HK)
  3. Rainstorm (I Worry Bout You Always)
  4. Stay In The Water
  5. Red
  6. Moon Perfume
  7. Bolder
  8. Silver
  9. Cynical Mind (feat. Aurora)
  10. Obuli

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