Everything Everything – A Fever Dream

In Reviews von Eric

Obwohl Everything Everything im Laufe ihrer Karriere in zunehmenden Maße der Poppigkeit zuneigten, verweigern sie sich doch gewissen Eingängigkeitsregeln und machen lieber eine musikalische Schleife zu viel als zu wenig.

Auf ihrem dritten Album „Get To Heaven“ gelang es dem Quartett 2015 fast perfekt, sich seinen Sinn für komplexe Arrangements zu bewahren und trotzdem tanzbar zu sein. Der Nachfolger „A Fever Dream“ schlägt nun in die gleiche Kerbe. Zusammen mit Starproduzent James Ford gestaltet die Band aus Manchester ihren Sound catchy, scheut aber nicht vor Tonlagen-, Stimmungs- und Geschwindigkeitswechseln zurück. Everything Everything schaffen so dichte und dynamische Songs, in denen sich Sänger Jonathan Higgs mit kratziger Kopfstimme an den politischen bzw. gesellschaftlichen Themen unserer Zeit abarbeitet, auch wenn seine Texte diesmal vager bleiben als gewohnt.

Discoide Beats, raumgreifende Synthesizer und spärliche, aber punktgenaue Gitarren formen scharfkantige Melodien, die wenig Zeit zum Durchatmen lassen. Von den Strukturen an Art- und Indierock geschult, erweitert die Band diese um die Produktionsweise und die rhythmische Potenz von Alt-R´n´B und Electronica sowie die Vielschichtigkeit von Mathrock und baut noch ein paar Störer ein. Eklektisch, dynamisch, komplex, spannend – „A Fever Dream“ ist ein hervorragendes Album geworden.

Tracklisting

  1. Night Of the Long Knives
  2. Can’t Do
  3. Desire
  4. Big Game
  5. Good Shot, Good Soldier
  6. Run The Numbers
  7. Put Me Together
  8. A Fever Dream
  9. Ivory Tower
  10. New Deep
  11. White Whale

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