Courtney Barnett – Creature Of Habit

In Reviews von Eric

Nicht nur die Gottesanbeterin, die das Cover von Courtney Barnetts viertem Studioalbum ziert, ist ein Gewohnheitstier (sie verspeist regelmäßig das Männchen nach der Paarung). Sondern auch der Mensch. Für die Australierin waren Gewohnheiten vor allem ein Mittel, um ihre Unsicherheiten zu kaschieren. Doch mit der Abwicklung ihres eigenen Plattenlabels Milk und dem Umzug nach Los Angeles wurde sie zwangsläufig herausgefordert. Von diesem Prozess handelt „Creature Of Habit“.

„This never would have happened if I stayed in my lane, stayed the same way“, heißt es im Eröffnungsstück. War die Veränderung wirklich eine gute Idee? „It’s so hard to break a habit when it’s just so comfortable“, kommt sie allerdings bei „Sugar Plum“ zum Schluss. Wo Barnett aber doch bei ihren Gewohnheiten bleibt, ist beim Sound. Das ist aber voll okay, denn der Slacker-Indie steht ihr hervorragend. Bei „Stay In Your Lane“ darf der Bass dazu röhren wie bei den Queens Of The Stone Age, bei „Site Unseen“ bringt die tolle Waxahatchee ihren Americana-Faible ein, „Mantis“ klingt zum neuen Wohnort passend nach entspanntem West-Coast-Pop.

Ein Album gegen den inneren Schweinehund.

Tracklisting

  1. Stay In Your Lane
  2. Wonder
  3. Site Unseen (feat. Waxahatchee)
  4. Mostly Patient
  5. One Thing At A Time
  6. Mantis
  7. Sugar Plum
  8. Same
  9. Great Advice
  10. Another Beautiful Day