Circa Waves – What’s It Like Over There?

In Reviews von Eric

Nach ihrem beschwingt-indiepoppigen Debüt versuchten sich Circa Waves auf dem Nachfolger vor zwei Jahren ein bisschen zu ernsthaft an mehr Ernsthaftigkeit. Die daraus entstehenden großen Rock-Gesten wirkten manchmal etwas angestrengt. Das nun vorliegende dritte Album ist nun der offensive Flirt des Quartetts mit dem Pop.

Geholfen hat den Liverpoolern dabei Produzent, Rockband- und Hymnen-Experte Alan Moulder (u.a. Foals, The Killers), der nicht gerade für einen zurückhaltenden Klang bekannt ist. Und tatsächlich, mit Piano-Passagen wird immer wieder versucht, Dramatik à la Coldplay zu erzeugen. Damit ist klar, dass man sonnige Hooks und simpel-eingängige Riffs auf „What’s It Like Over There?“ meist vergeblich sucht, dafür dominieren in Songs wie „Time Won’t Change Me“ (Imagine Dragons, anyone?), „The Way We Say Goodbye“ und „Passport“ großspurige Breaks, Pop-Beats, rührselige Melodien und eintöniger Gesang. Ist das wirklich der gleiche Frontmann Kieran Shudall, der auf dem Erstling noch ganz lässig über die Auswahl des richtigen T-Shirts sang?

Dass das Album nicht vollständig gegen die Wand fährt, hat es den paar besseren Stücken zu verdanken, die auch vorhanden sind. Der jubilierende, aber nicht übertriebene Refrain von „Movies“ geht gut ins Ohr, auch der altmodische Rocksong „Saviour“ am Ende macht Spaß. Aber insgesamt haben Circa Waves mit ihrem dritten Werk einen Weg eingeschlagen, der – wenn sie ihn weitergehen – geradewegs in die Belanglosigkeit führt.

Tracklisting

  1. What’s It Like Over There?
  2. Sorry I’m Yours
  3. Times Wont Change Me
  4. Movies
  5. Me, Myself And Hollywood
  6. The Way We Say Goodbye
  7. Be Somebody Good
  8. Passport
  9. Motorcade
  10. Saviour

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