Antony Szmierek – Decoding Birdsong

In Reviews von Eric

Antony Szmierek versteht es, sich selbst herauszufordern: Im Vorfeld seiner zweiten LP hat er seinen Job als Lehrer gekündigt, seine Heimatstadt Manchester verlassen und ist nach Bristol gezogen – und hat aus diesem persönlichen Umbruch ein Album gemacht. „Decoding Birdsong“ ist eine Platte darüber, dass man dem Leben manchmal selbst eine Bedeutung geben muss, und setzt sich aus Beobachtungen, Zufällen und kleinen Zeichen zusammen.

Musikalisch bewegt sich Szmierek dort, wo Spoken Word, Indie-Pop und elektronische Clubmusik aufeinandertreffen. Seine größte Stärke ist aber der Text. Der Engländer entwirft dabei aus einer zunächst zufällig wirkenden Sammlung an Begriffen und Referenzen – Graureiher, Buchmacher, ein abstürzendes Flugzeug, Godzilla, Paul Thomas Andersons Film „Magnolia“ und die australische TV-Serie „Aussie Gold Hunters“ – eine eigene Mythologie. Die man aber als Hörer*in selbst auflösen bzw. entschlüsseln muss, daher auch der Albumtitel.

Wo die Texte, trotz einer Portion Humor, oft nachdenklich sind, lädt die Musik mit ihren Beats zur Bewegung ein. Auch beim Sound lassen sich einige Referenzen entdecken – von Disco-House über Techno bis zu The Streets, LCD Soundsystem und The Knife.

„Decoding Birdsong“ ist ein Album für Menschen, die ahnen, dass der nächste komische Vogel am Rande ihres Lebensweges vielleicht tatsächlich etwas zu bedeuten hat.

Tracklisting

  1. Chalk
  2. The Heron
  3. Bookie’s Favourite (feat. Ellur)
  4. Godzilla Hotel (feat. 1-800 Girls)
  5. Seminal
  6. Flight Simulator (feat. Imogen and The Knife)
  7. Dave’s Angling Superstore
  8. The First Five Minutes Of Mangnolia (feat. Pretty Girl)
  9. The Same Heron Again
  10. Commune
  11. You’re Not Supposed To Do This Forever
  12. Decoding Birdsong
  13. Aussie Gold Hunters