Get Well Soon – Minus The Magic

In Reviews von Eric

2026 feiert Konstantin Gropper das 20-jährige Jubiläum seines Projekts Get Well Soon. Und was macht man als mittelalter Mann bei einem runden Jubiläum? Genau, man blickt zurück und sinniert rum. Weil Gropper aber ein leicht pessimistischer, intellektueller Musiker ist, macht er das nicht einfach so, sondern lässt sich von Carl Jungs Text „The Stages Of Life“ inspirieren und kommt schließlich zu der Frage, wie man sich im „Nachmittag des Lebens“ neu erfindet.

Die Antwort gibt er mit Get Well Soon insofern, dass er sein neues, siebtes Album erstmals live mit der kompletten Band eingespielt hat. Das nimmt dem gewohnt cineastischen Sound etwas von seiner üblichen orchestralen Grandezza und ersetzt sie durch einen reduzierteren, druckvollen Rock-Sound. Ohne aber zu „Midlife-Crisis-Mann macht auf berufsjugendlich“ zu werden.

Exemplarisch für den Klang der LP steht die Singleauskopplung „OK“, mit düster-beherzten Gitarren und einem guten Drive wie bei den Editors. „The 4-3 Days“ hat etwas von der Hymnenhaftigkeit der alten BritPop-Helden James, Bowie-artig wird es bei „There’s Waldo“. Klassischer Get Well Soon ist das über fünfeinhalbminütige „The Pope Washed My Feet In Prison“, das sich mit langem Intro Zeit lässt, eine dichte Atmosphäre zu erzeugen. Dafür wird es bei „When They Cheer You’re Wrong“ fast punkig.

Konstantin Gropper scheint gerade im kreativen Flow zu sein, hat er doch für den Herbst schon ein weiteres Get-Well-Soon-Album angekündigt. Mit „Minus The Magic“ hat er dafür schon eine hohe Messlatte gelegt.

Tracklisting

  1. The 4-3 Days
  2. OK
  3. A Night At The Rififi Bar
  4. There’s Waldo
  5. The Pope Washed My Feet In Prison
  6. The Golden Toilet Heist
  7. Sci Fi Gulag
  8. When They Cheer You’re Wrong
  9. Here’s Some Feedback
  10. Staying Home
  11. That’s Not Me