Nils Keppel – Super Sonic Youth

In Reviews von Martina

Als die Neue Deutsche Welle über das Land schwappte, war Nils Keppel noch lange nicht geboren. Seit einiger Zeit gibt es jedoch ein Comeback des 80er-Jahre-Genres, das Keppel mit seinem Debütalbum „Super Sonic Youth“ ebenfalls wiederbelebt. Ist das Albumcover ebenfalls eine Hommage an diese Dekade? Es ist eine Mischung aus Bowies „Scary Monster“ und dem Nachthemd von Hubert Kah.

Verschwende deine Jugend, dass zelebrierten auch schon andere Künstler. Nils Keppel blickt auf seinem Album gleich beim Opener „Platzangst“ mit unsicherem Gesang auf seine viel zu schnell gelebte Jugend zurück. No future war damals der Slogan der englischen Punkbewegung. Pessimismus und Verzweiflung gibt es mit einem dumpfen Basslauf auch mit Keppels Song „Keine Zukunft“.

Dringlich und provokativ, mit melodischen, treibenden Linien zu Synthieklängen drängeln Gitarren und Schlagzeug durch alle Dekaden von der NDW, zum New Wave, zum Punk. Das Stück „Fremder Traum“ wirkt mit einer dicken Schicht Indie-Pop, zu dem man ungezwungen Tanzen kann. Das Schlagzeug in „Taperfade“ hämmert das verschlafene Hirn wach.

Der nächste unfröhliche Richtungswechsel steht den schlechten Zeiten nicht im Weg. Die Stimmung wird nachdenklich. Lieblich, romantisch schwebt der „Rebell“ in elektronischen Höhen zum geordneten Spiel der Instrumente. So bleibt es auch. Das Tempo wird gedrosselt. Nichts wird besser, „Super Sonic Youth“ lässt viele Fragen offen.

Tracklisting

  1. Platzangst
  2. Keine Zukunft
  3. Natural Born Killers
  4. Fremder Traum
  5. Taperfade
  6. Rebell
  7. Super Sonic Youth
  8. Feuer
  9. Du Mein Soldat
  10. Raus In Die Welt
  11. Sonnenkind