Mumford & Sons – Prizefighter

In Reviews von Eric

Das Comeback-Album „Rushmere“ von Mumford & Sons überzeugte bei weitem nicht so, dass ich elf Monate später bereits eine weiter LP bräuchte. Doch die Londoner waren anscheinend im Flow, so dass wir jetzt ihre sechste Platte „Prizefighter“ bekommen. Diesmal öffnete sich die Band allerdings für Mitstreiter*innen – Hozier, Gracie Abrams, Chris Stapleton, Gigi Perez und Aaron Dessner, der das Album auch produzierte, musizieren und singen bei verschiedenen Songs mit.

Das bringt zwar vor allem bei den Vocals Abwechslung, doch sonst klingen Mumford & Sons mit Lagerfeuer-Gitarren, gezupftem Banjo und stampfender Bassdrum genauso, wie man sie aus den Anfangstagen – und der selbstgewählten Rückkehr zu den Anfangstagen bei „Rushmere“ – Erinnerung hatte. Man muss freilich schon ein steinernes Herz haben oder Pitchfork-Autor*in sein, wenn einen dieser bewusst gefühlige Folk-Sound nicht doch irgendwie berührt.

Das predigende Sendungsbewusstsein von Frontmann Marcus Mumford kann zwar auf Dauer nerven, doch er weiß ganz genau wie er seine Stimme einzusetzen hat – gerade im Zusammenspiel mit einer reduzierteren Instrumentierung und dies insbesondere bei „Banjo Song“. Bei den Feature-Tracks schneiden jene mit weiblicher Begleitung klar besser ab, namentlich „Icarus“ und „Badlands“.

Sieht man „Rushmere“ und „Prizefighter“ als die zwei Seiten derselben Comeback-Medaille, ist letzteres das überzeugendere Album.

Tracklisting

  1. Here (with Chris Stapleton)
  2. Rubber Band Man (with Hozier)
  3. The Banjo Song
  4. Run Together
  5. Conversation With My Son
  6. Alleycat
  7. Prizefighter
  8. Begin Again
  9. Icarus (with Gigi Perez)
  10. Stay
  11. Badlands (with Gracie Abrams)
  12. Shadow Of A Man
  13. I’ll Tell You Everything
  14. Clover