Tim Brownlow – The Journal Of A Broken Man

In Reviews von Martina

Manchmal fehlen einem die Worte. Tim Brownlow, Sänger der Band Belasco, hat sie gefunden. Weit zurück in der Vergangenheit war die Welt des Films noch schwarz-weiß und stumm. Womöglich in dieser Form auch Angst einflössender, wenn die blutsaugende Gestalt Graf Orlok mit spitzen Ohren und langen Fingernägeln im Film „Nosferatu“ auf der Leinwand erschien.

Nach über 100 Jahren bekommt der Film von Friedrich Wilhelm Murnau (nach Vorlagen der Dracula-Romane) nun zwar keine Farbe, aber die passende Musik und Worte zu den Bildern verpasst. Der britische Sänger und Gitarrist hat sich dieses zur Aufgabe gemacht und den 2025 neuverfilmten Stummfilm akribisch in jahrelanger Arbeit vertont.

Die neu errungenen Worte werden akustisch, elektronisch, in instrumentalen Passagen oder mit klassischen Rock-Elementen ausgestattet und befassen sich in 14 Songs und in Spielfilmlänge mit Liebe und Tod.

Spannungsgeladen baut sich der Anfang des Longplayers mit „Tell Me“ auf, bis ein vielschichtiger Popsong entsteht. Brownlows Gesang passt sich mit Leichtigkeit der wechselnden Gemütslage sanft oder energisch an, obwohl die Traurigkeit auf Gesamtlänge des Albums dominiert. Das Zusammenspiel aus akustischer Gitarre und wehmütigem Gesang beherrscht der Brite wie etwa in „Rescue Us“ einfach perfekt. Dann wiederum verstärken wie in „Broken“ mächtige Drums die Verzweiflung. „Inhale“ hingegen entpuppt sich als dynamischer Rocksong. Beatige Rhythmen, oder akustisch-verträumte Klänge begleiten die Geschichten von „The Journal Of A Broken Man“ so atmosphärisch wie die Neuverfilmung selbst.

Am Ende gibt es trotz „Survive“ keine Überlebenschance. Die Melancholie spielt bei der Hoffnung auf „Better Days“ solange mit, bis die elektrische Gitarre wie ein Pflock ins Herz der Melodie sticht.

Tracklisting

  1. Tell Me
  2. Chemical
  3. Rescue Us
  4. Tempted
  5. You Are Loved
  6. Broken
  7. Home Tonight
  8. The Ridge
  9. Inhale
  10. Hearts Desire
  11. Hand
  12. The Journal Of A Broken Man
  13. Survive
  14. Better Days