Niels Frevert – Putzlicht

In Reviews von Andreas

Zufriedenes Durchatmen. Und das nach jedem Durchlauf. Weil nicht ganz sicher war, ob man mit so einem Album von Niels Frevert nochmal rechnen durfte. Weil einer der besten Songwriter Deutschlands hier so viel – nein, alles – richtig macht. Weil die gewohnt großen Texte endlich wieder auf E-Gitarren treffen. Und weil Produzent Philipp Steinke dem Künstler und seinen Songs denkbar gut getan hat.

Kurzer Rückblick: Niels Freverts letzte Alben waren getragen, akustisch mit Gitarre und Streichern. Fast schon schöngeistige Alterswerke von einem, dem man nicht so richtig abnahm, dass er die elektronische Gitarre nur noch mit nostalgischem Blick zurück auf die längst vergangenen Nationalgalerie-Zeiten ansah. Man möchte keines dieser Alben missen, aber „Putzlicht“ gibt einem nun genau das, auf das man irgendwie vor jeder neuen Veröffentlichung gehofft hat: wunderbarer, warmer Bandsound, optional mit Bläsern verstärkt, Freverts E-Gitarre, von Selig-Mitglied Christian Neander mitgeschriebene Songs in einer warmen, runden Produktion von Philipp Steinke (BOY, Bosse, u.a.).

Die neuen Songs schmiegen sich schon beim ersten Hören kumpelhaft an Schulter und Ohren. Alte Bekannte scheinbar und doch irgendwie frisch. Niels Frevert singt dazu schnoddrig Wörter, die man in deutschsprachigen Songs nur selten hört, dehnt andere über mehrere Takte („Alligatoooohohooren“, „Schattenmorääähäähääänen“). Irgendwie passt alles zusammen. Einfach so. „Putzlicht“ macht glücklich. Danke für dieses Album. Zufriedenes Durchatmen.

Tracklisting

  1. Bei laufendem Motor (Prelude)
  2. Immer noch die Musik
  3. Ich suchte nach Worten für etwas das nicht an der Straße der Worte lag
  4. Als könnte man die Sterne berühren
  5. Leguane
  6. Putzlicht
  7. Wind in deinem Haar
  8. Brückengeländer
  9. Nie mehr wie vorher
  10. Dieser Moment
  11. Bei laufendem Motor

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