Vitalic – Voyager

In Reviews von Eric

Pascal Arbez-Nicolas alias Vitalic hat Viele kommen und gehen sehen – er aber ist geblieben. Gerade in der elektronischen Musik, wo Trends und Spielarten schneller wechseln als die Trainer des HSV, ist es alleine schon eine Leistung, wie Vitalic sich seit Mitte der 1990er-Jahre im Business zu halten. Vielleicht deshalb, weil er seinem French-House-Sound treugeblieben ist. Dabei spielte er immer geschickt mit Einflüssen von Pop und Rock, was den Boden bereiten sollte für Acts wie Justice oder Digitalism.

Auf seinem vierten Album „Voyager“ sind es diesmal die Disco-Sounds der goldenen Ära, die der Franzose in seine Tracks einbaut. Das wirkt weniger feinsinnig und tiefgehend als ehedem bei Daft Punks „Random Access Memories“, ist dafür aber auf eine polterig-verschwitzte Art eine gute Ecke tanzbarer. Giorgio Moroder findet sich sicherlich in dem einen oder anderen Stück des Albums wieder, wenn die Retro-Synthesizer den Melodiebogen vorgeben. Dazu bollert und heult Vitalic wahlweise wie Boys Noize („Levitation“), liefert zusammen mit der wie immer großartigen Miss Kittin seinen nachträglichen Beitrag zum „Drive“-Soundtrack („Hans Is Driving“), verwurstet ein „Funkytown“-Sample („Lightspeed“), schaltet in den Computerspiel-Modus („Nozomi“), oder macht zum Schluss aus einem Supertramp-Song sogar eine klassische Disco-Ballade („Don´t Leave Me Now“).

Richtig hip ist das alles nun nicht (mehr), aber immer noch gut gemacht. So bleibt „Voyager“ ein schöner Nostalgietrip 10, 20 oder fast 40 Jahre zurück.

Tracklisting

  1. El Viaje
  2. Waiting For The Stars [feat. David Shaw And The Beat]
  3. Levitation
  4. Hans Is Driving [feat. Miss Kittin]
  5. Use It Or Lose It [feat. Mark Kerr]
  6. Lightspeed
  7. Eternity
  8. Nozomi
  9. Sweet Cigarette
  10. Don’t Leave Me Now

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