Slyvan Esso – What Now

In Reviews von Eric

Was nun? Diese Frage stellen sich viele Bands nach dem Debütalbum. Gerade dann, wenn dieses wie bei Sylvan Esso erfolgreich war. Doch Amelia Meath und Nick Sanborn wollen die Frage „What Now“ nicht (nur) auf sich selbst bezogen wissen, sondern auf den Zustand der Welt im Allgemeinen. Wo steuern wir hin, wenn immer mehr Verrückte den Lauf der Dinge bestimmen?

Das US-Duo reflektiert auf seinem Zweitwerk die gesellschaftlichen Zustände, teils abstrakt, teils heruntergebrochen aufs Persönliche. Der Sound wirkt passend dazu zupackender und bestimmter als auf dem Debüt. Bewegten Sylvan Esso sich dort auf ihrem zum Elektropop gewordenen Folk in ruhigen Gefilden, wird jetzt auch mal ein forscherer Beat ausgepackt. Wie gut ihnen das steht, zeigt „Radio“, das einen alten Computerspiel-Sound als Grundierung nimmt, während es drumherum aus Sanborns Maschinen hochenergetisch zischt und sprudelt und zum Tanzen verführt. „The Glow“ und „Just Dancing“ schlagen in die gleiche Kerbe.

Aber natürlich gibt es auch wieder die minimalistischen Downbeat-Entwürfe, bei denen klanglich, rhythmisch, melodisch und atmosphärisch trotzdem unheimlich viel passiert – geadelt von Meaths pointiertem, einnehmenden Gesang, der einer alten Seele zu gehören scheint, so intensiv ist die Stimme fühlbar.

Was nun? Sylvan Esso haben für sich eine passende Antwort gefunden.

Tracklisting

  1. Sound
  2. The Glow
  3. Die Young
  4. Radio
  5. Kick Jump Twist
  6. Song
  7. Just Dancing
  8. Signal
  9. Slack Jaw
  10. Rewind

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