Simian Mobile Disco – Murmurations

In Reviews von Eric

Ende der 00er Jahre wurden Simian Mobile Disco als verlässliche Hitlieferanten slicker Indielectro-Hits bekannt, die sich gerne große Namen (z.B. Beth Ditto, Jamie Lidell, Alexis Taylor) zur Gesangsunterstützung ins Studio holten. Nach zwei Alben verabschiedeten sich James Ford und Jas Shaw allerdings von diesem Erfolgsrezept und loteten lieber klangliche Möglichkeiten zwischen Techno, Liveaufnahmen und alten Synthesizern aus.

Auf seinem inzwischen sechsten Album gibt das englische Duo weiter die Klangforscher, denen die Stimmung eines Tracks am wichtigsten ist. „Murmurations“ dreht sich vor allem um die Zusammenarbeit mit dem Londoner Deep Throat Choir, der auf allen Stücken der LP zu hören ist. Der Opener beweist direkt die klangliche Kraft des Frauenchores, indem die anschwellenden Stimmen einen wortlosen Weltall-Sound schaffen, der es locker mit einem Synthesizer-basierten Klang aufnehmen kann. Danach stellen ihnen Simian Mobile Disco technoide Beats zur Seite, wobei die Choräle den Tracks wahlweise einen sakralen („Caught In A Wave“) oder somnambulen („Gliders“) Touch gebben. Bei „Hey Sister“ übernehmen die Vocals sogar die komplette Führung.

Die Verbindung der Chorsätze mit dem Tribal Techno von Shaw und Ford funktioniert über die gesamte Spielzeit von „Murmurations“ und verleiht den Stücken eine hypnotische Kraft als auch eine körperliche Tiefe. Zu diesen Tracks zu tanzen, sollte ein meditatives Erlebnis sein.

Tracklisting

  1. Boids
  2. Caught In A Wave
  3. We Go
  4. Gliders
  5. Hey Sister
  6. A Perfect Swarm
  7. Defender
  8. V Formation
  9. Murmuration

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