Jake Bugg – Hearts That Strain

In Reviews von Eric

Emanzipation ist gar nicht so einfach. Auf seinem letzten Album wollte Jake Bugg, nachdem er vorher mit mehreren Co-Songwritern zusammenarbeitete, alles alleine bzw. „On My One“ machen. Doch bei allem Songschreiben, Produzieren und Instrumente Einspielen hatte er offensichtlich den Fokus verloren. Rap-Parts und Dance-Beats sind einfach nicht Buggs Stärke.

Wie also weiter auf Album Nummer vier? „Hearts That Strain“ besinnt sich wieder auf Buggs besonders von Konzerten bekannte Stärke im Gitarrenspiel und ist ein in sich konsistentes Werk geworden. Doch zum bluesigen Singer/Songwriter-Rock à la „Lightning Bolt“ kehrt der Musiker aus Nottingham nicht zurück, vielmehr versucht er sich nun an Country-Folk und versammelt dafür geballte Kompetenz um sich: Koryphäe Matt Sweeney als Produzent, Mitglieder der Memphis Boys, die schon mit Dusty Springfield und Elvis Presley spielten, als Backing Band. Und Dan Auerbach von den Black Keys hilft auch hier und da aus.

Doch trotz diesem Aufgebot und stilechten Aufnahme-Sessions in der Country-Hauptstadt Nashville zündet „Hearts That Strain“ keineswegs durchgehend. James Taylor klingt auf unangenehme Weise bei Harmlosigkeiten wie „How Soon The Dawn“, „Southern Rain“ oder „Bigger Lover“ durch. Andere Songs überzeugen jedoch. Das angemessen staubige und auch lyrisch interessante „In The Event Of My Demise“, in dem Bugg über sein eigenes Ableben sinniert („Oh no, look at them go, didn’t they love me so. Oh great merciful fate, guess it was worth the wait.“). Das Duett „Waiting“ mit Miley-Schwester Noah Cyrus erinnert an die großen Country-Balladen der 1960er-Jahre. „Burn Alone“ reitet auf einem stampfenden Rhythmus cool in den Sonnenuntergang.

Jake Bugg wirkt auch auf seinem vierten Album weiterhin so, als sei er auf der Suche nach einer angemessenen musikalischen Ausdrucksweise für sich. Dennoch springen ein paar gute Songs heraus.

Tracklisting

  1. How Soon The Dawn
  2. Southern Rain
  3. In The Event Of My Demise
  4. This Time
  5. Waiting [feat. Noah Cyrus]
  6. The Man On Stage
  7. Hearts That Strain
  8. Burn Alone
  9. Indigo Blue
  10. Bigger Lover
  11. Every Colour In The World

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