Hookworms – Microshift

In Reviews von Eric

„Microshift“, das dritte Album von Hookworms aus Leeds, wäre beinahe einem Hochwasser zum Opfer gefallen. Als der lokale Fluss Aire 2015 über die Ufer trat, zerstörte die Überschwemmung auch das Studio des Quintetts. Nur durch eine Crowd-Funding-Kampagne und viele freiwillige Helfer konnte das Studio wieder aufgebaut und letztlich auch die Aufnahme der LP gesichert werden.

Schwer zu sagen, inwieweit dieses einschneidende Erlebnis Einfluss auf den Sound von „Microshift“ genommen hat. Jedenfalls ist die auf den vorherigen Alben gewohnte Gras- und LSD-umnebelte Sperrigkeiteinem zugänglicheren Sound gewichen. Dafür wurden die effektbeladenen Shoegaze-Gitarren und die halligen Orgeln zugunsten einer Unmenge an Elektronik, Drum Machines und Synthesizern zurückgestellt. Dadurch wird der psychedelische Moment der Band in eine tanzbarere Konstellation versetzt. „Negative Space“ könnte die Ride-Version eines LCD-Soundsystem-Songs sein, „Static Resistance“ ist ein Stadionrock-Stück im Krautrock-Gewand, „Boxing Day“ verbindet „Kid A“-Radiohead mit der luziden Tanzbarkeit von Hot Chip. Dazu hat Frontmann Matthew Johnson ein neues Selbstbewusstsein in seine Stimme entdeckt, die nur noch wenig mit Effekten verfremdet wird und so klar und deutlich durch das komplette Album führt.

Trotz einer poporientierteren Herangehensweise haben Hookworms auf „Microshift“ kaum etwas von ihrer Intensität eingebüßt. Sie fechten nur mit feinerer Klinge, können aber immer noch zustechen.

Tracklisting

  1. Negative Space
  2. Static Resistance
  3. Ullswater
  4. The Soft Season
  5. Opener
  6. Each Time We Pass
  7. Boxing Day
  8. Reunion
  9. Shortcomings

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