Her – Her

In Reviews von Eric

Das Debütalbum von Her, einem aus Rennes stammenden Duo mit deutsch-französischen Wurzeln, begleitet eine tragische Geschichte. Denn vor der Veröffentlichung starb Bandmitglied Simon Carpentier im vergangenen Jahr an Krebs. Sein Kollege Victor Solf gab den Songs im Studio nach Carpentiers Tod noch den letzten Schliff, weiterhin begleitet von dessen Einfluss. „Mir war wichtig, dass Simons Stimme, Simons Vision und sein Gitarrenspiel quasi unberührt bleiben und in der finalen Version wirklich genau so klingen, wie er das wollte. Daran habe ich gefeilt“, erklärt Solf.

Das Ergebnis ist ein dunkler, elektronisch gepeppelter New-Wave-Soul, der mit Einflüssen von R’n’B, Jazz und Pop spielt. Die Tragik der Umstände verleiht dem sowieso schon sakralen Sound von Her eine zusätzliche Gravität. Gleichwohl bleibt den Stücken eine gewisse Leichtigkeit erhalten, die die Hörer*innen vor aufkommender Schwermut errettet.

Spannend macht das Album, neben den anfänglichen, offensichtlichen Hits „We Choose“ und „Five Minutes“, vor allem spätere gewagtere Songs. Etwa wenn bei „On & On“ kalt-industrielle Klänge auf französischen Voodoo-Gospel-Gesang treffen oder „Wanna Be You“ ziemlich offensiv mit Disco-Funk flirtet. Andere Stücke verharren aber leider zu sehr im Skizzenhaften. Dennoch ist Victor Solf die Fertigstellung einer LP gelungen, der wahrscheinlich auch Simon Carpentier seinen Segen gegeben hätte.

Tracklisting

  1. We Choose
  2. Five Minutes
  3. Icarus
  4. Blossom Roses
  5. On & On
  6. Neighborhood
  7. Trying
  8. Quite Like
  9. Wanna Be You
  10. Swim
  11. Good Night
  12. For Him
  13. Shuggie (Bonus Track)
  14. Together (Bonus Track)

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