Grizzly Bear – Painted Ruins

In Reviews von Eric

2012 schafften Grizzly Bear mit ihrem vierten Album „Shields“ den Sprung vom Geheimtipp zum gehypten Mainstream-Indiehit mit Top-10-Chartsplatzierungen. Danach machte das Quartett lange Zeit – nichts. Jedenfalls als Band zusammen, so dass bis zum Nachfolger „Painted Ruins“ fünf Jahre vergingen. Eine so lange Pause heißt für die Brooklyner auch, dass sie sich nicht mehr auf ehemalige Meriten beziehen können und die Hörer*innen neu gewinnen müssen.

Doch auch wer vorher noch nie etwas von Grizzly Bear gehört hat, wird sich der Schönheit ihrer neuen LP schwer entziehen können. Die Band findet auf der gesamten Länge von „Painted Ruins“ die Balance zwischen opulenter und intimer Instrumentierung, die in elaborierte Arrangements gepackt werden. So treibend wie bei der Single „Mourning Sound“ und bei „Cut-Out“ wird es dabei selten, eher dominieren zart-melancholische Töne aus klassischem R´n´B, psychedelischem Softrock der 1970er-Jahre sowie Melodieseligkeit zwischen Simon & Garfunkel und „Pet Sounds“, die mit modernen Produktionsmitteln und der ein oder anderen elektronischen Spielerei auf den heutigen Stand gebracht werden. Hin und wieder wünscht man sich ein wenig mehr Dynamik, wenn die Songs zu gemütlich vor sich hin fließen. Aber das wird meist durch die interessanten Melodien wieder aufgefangen.

Um mit dem Bild des Albumtitels zu sprechen: Die bemalten Ruinen von Grizzly Bear leuchten eher in Pastell- als in Signalfarben, ändern aber je nach Tageszeit und Lichteinfall ihre Wirkung. Und in der Ferne singt eine Nachtigall.

Tracklisting

  1. Wasted Acres
  2. Mourning Sound
  3. Four Cypresses
  4. Three Rings
  5. Losing All Sense
  6. Aquarian
  7. Cut-Out
  8. Glass Hillside
  9. Neighbors
  10. Systole
  11. Sky Took Hold

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