Fever Ray – Plunge

In Reviews von Eric

Karin Dreijer und ihr Bruder Olof lösten ihr Avantgarde-Pop-Duo The Knife im Jahr 2014 auf. Genug Zeit also für Karin Dreijer, an einem neuen, zweiten Album ihres Soloprojekts Fever Ray zu arbeiten. Doch „Plunge“, so der Titel ihres Zweitlings, schließt weniger an das Fever-Ray-Debüt von 2009 an, sondern mehr an das letzte The-Knife-Album „Shaking The Habitual“.

„Plunge“ hat ebenfalls ein politisches Anliegen, das es transportieren will, erweitert dieses aber noch um eine amouröse bzw. sexuelle Komponente. Bei Fever Ray ist auch die Penetration politisch, wie „This Country“ zeigt: „Every time we fuck we win. This house makes it hard to fuck. This country makes it hard to fuck.“ Die Texte drehen sich um Sex und Beziehungen genauso wie um politisches Engagement. „Free abortions and clean water“, fordert Dreijer etwa, in ihrer ganz speziellen Singstimme zwischen weinerlichem Kind, antiker Sirene und getretener Katze.

Ähnlich explizit wie die Texte ist auch Fever Rays meist elektronische Soundumgebung. Mal metallisch klirrender Industrial („Falling“), mal ekstatischer Percussiontrack mit Tribal Drums und einem geloopten weiblichen Stöhnen („IDK About You“), mal fast fröhliche Synthesizer-Layer („To The Moon And Back“). Trotz klanglichen Anspruchs bleibt Fever Ray – im Gegensatz zu „Shaking The Habitual“ – auch immer zugänglich und hörbar. Das titelgebende Eintauchen ist mit dieser Musik wunderbar möglich – auch wenn sie am Anfang etwas abweisend erscheint.

Tracklisting

  1. Wanna Sip
  2. Mustn’t Hurry
  3. A Part Of Us
  4. Falling
  5. IDK About You
  6. This Country
  7. Plunge
  8. To The Moon And Back
  9. Red Trails
  10. An Itch
  11. Mama’s Hand

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