Claire – Tides

In Reviews von Eric

Groß denken war bereits das Motto von Claires Debütalbum „The Great Escape“, das Elektropop von – wie es so schön heißt – internationalem Format bot. Der Nachfolger „Tides“ balanciert gleichsam meist gekonnt zwischen einer Massenappeal und „Indie“-Kredibilität.

Wie die titelgebenden Gezeiten wechseln sich auf der LP tanzbare und ruhige Stücke ab. „Friendly Fire“, „Say It“ oder „The Crash“ (letzteres sogar mit Kinderchor im Refrain) geben sich mit einem hüpfenden Beat, flächigen Synthie-Elementen und einer hübschen Melodie tanzflächenkompatibel. Langsame Songs wie „End Up Here“, „No Way To Save It“ oder „Come Close“ orientieren sich mit ihren verschleppten Beats und splitternden Melodien an aktuellen Future R´n´B-Produktionen wie Sampha oder S O H N, halten sich aber zur Sicherheit an ihrer poporientierten Produktion fest. Hier hätte man sich ein wenig mehr Kompromisslosigkeit vom Münchner Quintett gewünscht.

Am stärksten ist das Album ohnehin dann, wenn – um beim Leitmotiv zu bleiben – Ebbe und Flut aufeinander treffen, sprich tanzbare und ruhige Elemente sich zu einem düsteren, dichten Sound vereinen – siehe „Burn“ und „Treading Water“. Tech-House-Pop könnte man diese Stücke nennen. Hier wirken Claire am mitreißendsten. Sängerin Josie-Claire Bürkle meistert jedoch alle Spielarten ihrer Band souverän, phrasiert, ohne zu übertreiben, in bester R´n´B-Manier mit ihrer gefühlvollen, aber doch kraftvollen Stimme.

„Tides“ ist keine perfekte, aber eine ordentliche Welle, die sowohl sanft rauscht als auch mit Wucht ans Ufer klatscht.

Tracklisting

  1. Friendly Fire
  2. End Up Here
  3. No Way To Save It
  4. Two Steps Back
  5. Say It
  6. Burn
  7. Masquerade
  8. Drowning
  9. Back To Shore
  10. Treading Water
  11. The Crash
  12. Come Close

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