Charlie Cunningham – Lines

In Reviews von Eric

Wer auf dem Label von José González veröffentlicht, von dem erwartet man gefühlsbetontes, reduziertes Singer-Songwritertum. Charlie Cunninghams Debütalbum, auf dem González-Imprint Dumont Dumont erschienen, erfüllt jede dieser Erwartungen mit fast beängstigender Affirmation. Das macht „Lines“ nicht innovativ, aber die atmosphärische Dichte, die stilistische Spannbreite und die emotionale Wirkmächtigkeit von Cunninghams Songs können durchaus mit den Größen des Genres mithalten.

So finden sich auf „Lines“ die Transzendenz von Nick Drake genauso wie die Sanftmut von Cat Stevens, die Weltenweite von Ben Howard und die behutsame Intensität eben jenes González. Neben Cunninghams nicht wirklich greifbarer, aber trotzdem wirksamer Jungenstimme, einigen flüchtigen Synthesizer-Tupfern und einem gekonnten (Akustik-)Gitarrenspiel verleiht die Perkussivität des Flamenco, die der Brite sich in Sevilla aneignete, Stücken wie „Born“, „Lights Off“, „Breather“, „You Sigh“ (mit Bläsern!) oder dem Titeltrack das gewisse Je ne sais quoi. Da hat sich der gute José starke Konkurrenz in den Stall geholt…

Tracklisting

  1. An Opening
  2. I Can Be
  3. Born
  4. Lines
  5. Lights Off
  6. Minimum
  7. Answers
  8. How Much
  9. Breather
  10. Molino
  11. You Sigh
  12. While You Are Young

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