Alvvays – Antisocialites

In Reviews von Eric

Der charmanteste Schreibfehler im kanadischen Indiepop ist mit einem neuen Album zurück. Und bewegt sich in den gleichen Koordinaten, die 2014 den Song „Archie, Marry Me“ von der Debüt-LP in eingeweihten Kreisen zu einem Hit machten.

Alvvays spielen auch auf „Antisocialites“ prägnant-halligen, 60ies-inspirierten Indiepop, der an Belle & Sebastian, Best Coast und Summer Camp erinnert. Ein wenig polierter zwar als auf dem Erstling und mit kraftvollerer Produktion, aber immer noch angemessen verwaschen. Die Fuzz-Gitarren der zum Quartett geschrumpften Band passen perfekt zum wieder angesagten Shoegaze-Sound, angereichert mit vagen Synthie-Andeutungen und ein paar Drum-Machine-Beats.

Sängerin Molly Rankin trägt dazu mit einer Mischung aus betroffener Emotionalität und distanzierter Kühle – in dieser Güte schafft das eigentlich nur noch Nina Persson – ihre Geschichten vom Ver- und hauptsächlich vom Entlieben vor. „You find a wave and try to hold on for as long as you can, you made a mistake you’d like to erase and I understand. What’s left for you and me? I ask that question rhetorically“, heißt es etwa mit einer Mischung aus Verständnis und Fuck off im exzellenten „In Undertow“. Doch auch noisig-treibender Sound wie in „Plimsoll Punks“, „Your Type“ oder „Saved By A Waif“ steht Alvvays gut. Und verleihen „Antisocialites“ in Verbindung mit verträumteren Songs wie „Forget About Life“ oder „Dreams Tonite“ eine tolle Dynamik. Dreams are my reality.

Tracklisting

  1. In Undertow
  2. Dreams Tonite
  3. Plimsoll Punks
  4. Your Type
  5. Not My Baby
  6. Hey
  7. Lollipop (Ode To Jim)
  8. Already Gone
  9. Saved By A Waif
  10. Forget About Life

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