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Fountains Of Wayne

Fountains Of Wayne

Sky Full Of Holes

 

Release-Datum: 05.08.11

Label:  Lojinx

Format: Album

Review:  Alex P.

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Jedes Mal, wenn ein neues Album von Fountain Of Wayne erscheint, frage ich mich, warum diese Band noch nicht sämtliche Charts von New York bis London und von Stockholm bis Paris gestürmt hat. Die westliche Welt schwört weiterhin auf Popmusik, lässt die wahren Größen des Genres aber links liegen. Für "Sky Full Of Holes" gab es in Deutschland nicht mal vernünftige Promotion - ein Rezensionsexemplar musste ich beim Labelmanager höchstpersönlich bestellen.

Wirklich jammerschade, diese stiefmütterliche Behandlung, haben doch Adam Schlesinger, Chris Collingwood und Anhang mit ihrem fünften Longplayer formal wie inhaltlich erneut einen Volltreffer gelandet. Besseren Powerpop hat man selten gehört. Das Songwriting ist Kunsthandwerk des Güteklasse A, alles wunderbar durchkompiniert, catchy und abwechslungsreich. Crunchy Gitarren, satter Schlagzeugsound, smartes Piano, smooth eingestreute Bläser, perfekter und doch ein wenig nachlässiger Gesang inkl. massenweise Uhs und Ahs und Ohohohs - ganz ohne Peinlichkeiten. Die Grundlage ist immer Pop, was die Band jedoch nicht davon abhält, augenzwinkernd mit Southern-Rock ("Acela") und Country ("A Road Song") zu spielen, in den 3/4 Takt zu wechseln ("Firelight Waltz") oder gar ein traurig-folkiges Beerdigungslied anzustimmen ("Cemetery Guns"). Die Texte beschäftigen sich mit amerikanischen Alltagsfiguren aller Couleur. Von den naiv-bekloppten Jungs, die völlig planlos einen Szeneladen aufmachen wollen und dabei gnadenlos scheitern ("Richie And Reuben") bis zum von Superheldenträumen beseelten und schwer kranken Durchschnittslohnsklaven ("Action Hero") wird beinahe das gesamte Mittelschichtsspektrum beackert.

Wie professionell - im positiven Sinn - die Leute hinter FOW tatsächlich sind, zeigen exemplarisch Schlesingers Auftagsarbeiten. Der beatleske Ohrwurm "That Thing You Do" aus dem gleichnamigen Tom-Hanks-Film war seinerseit für einen Oscar nominiert, die Popschnulze "Way Back in Love" bildet als Duett von Hugh Grant und Drew Barrymore einen der Dreh- und Angelpunkte des Marc-Lawrence-Streifens "Music And Lyrics". Pop-Prinzessin Kate Perry coverte neulich bei MTV Unplugged die FOW-Nummer "Hackensack". Auch sonst wurde recht erfolgreich für andere Musiker komponiert, getextet und produziert, während die letzte eigene Hitsingle ("Stacy´s Mom") nun tatsächlich schon acht Jahre auf dem Buckel hat. Woran das wohl liegen mag? Keine Ahnung - die Band hat kontinuierlich gutes Material abgliefert. Und "Sky Full Of Holes" bildet einen weiteren Höhepunkt.

Die volle Punktzahl gibt es trotzdem aus zwei Gründen nicht: Zum einen wird das Rad nicht neu erfunden, es gibt nicht mal zwingende Unterschiede zu den Vorgängeralben (Totschlagargument). Zum anderen hätten ein paar mehr Ecken und Kanten nicht geschadet. Das ist allerdings Gejammer auf hohem Niveau. "Sky Full Of Holes" ist tatsächlich gerade meine Pop-Platte des Jahres.

 

Tracklisting

1. The Summer Place
2. Richie And Ruben
3. Acela
4. Someone´s Gonna Break Your Heart
5. Action Hero
6. A Dip In The Ocean
7. Cold Comfort Flowers
8. A Road Song
9. Workingman´s Hands
10. Hate To See You Like This
11. Radio Bar
12. Firelight Waltz
13. Cemetery Guns

soundmag.de-Bewertung

8 / 10

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www.fountainsofwayne.com

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