
Da blubbert die Lavalampe! Wenn Air den Moog anwerfen, bewegt sich die Welt nur noch in Zeitlupe. Stimmen werden durch den Vocoder gejagt und Lautsprecher drohen vor anschwellendem Klangbergen zu platzen.
Nach dem mäßig erfolgreichen Vorgänger „Talkie Walkie“ und einer langen Welttournee, bauten Godin und Dunckel eine neue Kommandozentrale, um ihr Raumschiff Air wieder auf Kurs zu bringen: das Atlas Studio in Paris. Vollgestellt mit Unmengen analoger Synthesizer, Keyboards und anderen Instrumenten ging das Duo auf Forschungsreise und gab sich ein weiteres Mal hemmungslos verliebt in die Vergangenheit hin, vor allem die 70er Jahre und Space-Pop scheinen allgegenwärtig. Das Tempo bleibt dabei eher medium und loungekompatibel – mit einigen Ausnahmen. Das fast instrumentale, schon über zehn Jahre alte „Be A Bee“ etwa zieht die Geschwindigkeit etwas nach oben, auch „Tropical Disease“ sorgt mit seinen Schulunterrichtsflöten für kleine Schweißperlen auf der Stirn allzu entspannungssüchtiger Hörer.
Eben jener fühlt sich beim Hören dieser Songs wie in einem Swimming-Pool voller Götterspeise. Schön süß das alles, aber so eingelullt kommt man nicht recht voran. Sicher nicht die schönste Vorstellung, aber man kann sich prima damit arrangieren – vor allem wenn das Süßspeisendilemma so klingt wie auf „Love 2“.
1. Do The Joy
2. Love
3. So Light Is Her Footfall
4. Be A Bee
5. Missing The Light Of The Day
6. Tropical Disease
7. Heaven's Light
8. Night Hunter
9. Sing Sang Sung
10. Eat My Beat
11. You Can Tell It To Everybody
12. African Velvet
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