
Sieben Songs in sieben Tagen. Herunterladbar über Twitter und die projekteigene Homepage und mit der Bitte an die Fans, das Artwork für die einzelnen Stücke selbst zu entwerfen. So lässt sich Olafur Arnalds Wochenaufgabe aus dem April 2009 zusammenfassen. Nach über 70 000 Downloads und vielen, durch seine Musik inspirierte Kunstwerken, erscheint dieses Zwischenwerk vor Arnalds neuem Album remastert und limitiert in Form einer EP.
Musikalisch schließen die sieben Skizzen dort an, wo der Isländer mit „Eulogy For Evolution“ und „Variations Of Static“ aufhörte: karge Klänge, nur das eigene Piano oder eine seufzende Violine wiederholen beständig einzelne Melodien – so lang bis sie sich selbst ins isländische Eis gefressen haben dürften. Im Vergleich zu den bisherigen Stücken erscheint „Found Songs“ noch minimalistischer, was der kurzen Produktionszeit von einem Tag pro Songs geschuldet sein dürfte. Die Elektronik – sonst unbedingter Bestandteil von Arnalds Musik – reduziert sich hier fast komplett ins eigene Nichts, die warmen, traditionellen Instrumente übernehmen das Feld nahezu vollends. Wenig überraschend hingegen, dass die Stimmung auf „Found Songs“ weiterhin zur nebelschweren Melancholie mit hier und da aufblitzenden Sonnenstrahlen tendiert.
Olafur Arnalds scheint weiterhin den Weg aus einer anderen Zeit ins hier und jetzt angetreten zu haben. Vielleicht ist dieses Internetprojekt ja genau das, was man ihm am wenigsten zugetraut hätte. Seine Musik jedenfalls scheint weiterhin fast ein Stück zu perfekt.
1. Erla's Waltz
2. Raein
3. Romance
4. Allt Varð Hljótt
5. Lost Song
6. Faun
7. Ljósið
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